Martin (zwnn)

Mrz 202017
 

Zugegeben: Das ZWNN ist wohl nicht gerade die erste Wahl, wenn es darum geht, permanent am Puls der Zeit zu sein. Aber so ganz leben wir ja nun auch nicht hinter dem Mond.

Die österreichischen Avantgarde-Metaller DISHARMONIC ORCHESTRA begannen mit erfrischendem Grindcore-Geschepper, das war noch tief in den ausgehenden Achtzigern. Nach einigen Alben und musikalischen Stilwechseln war zwischenzeitlich Feierabend. Im Herbst 2016 kam nach langen 14 Jahren erstmals wieder ein neues Album auf den Markt, erschienen im Eigenverlag. Das verdient Unterstützung: Den neuen Longplayer „Fear of Angst“ gibt’s auf CD und Vinyl im Webshop der Band zu bestellen, nebst Merchandise und zwei älteren Platten als LP-Wiederveröffentlichung.

Einkaufen: http://www.disharmonic.com/shop
Mehr Disharmonisches: http://www.disharmonic.com/music

 

In der letzten Herbstmusik hatten wir mit KRUX ein Projekt von Candlemasstermind Leif Edling vorgestellt. In eine ähnliche Kerbe schlägt THE DOOMSDAY KINGDOM, gerade eben Platte des Monats im Rock Hard geworden. Musikalisch wird das serviert, was Edling offensichtlich am besten kann: klassischer Doom Metal, nicht ganz so schwer und massiv im Sound wie etwa das KRUX-Debüt, aber auch in puncto Gesang durchaus damit vergleichbar. Ob das nun an die alten CANDLEMASS-Klassiker heranreicht oder doch eher „von der Stange“ ist, wie manche Kritiker in den Foren meinen? Keine Ahnung, entscheidet selbst:

 

Die Sache mit der hohen Messlatte ist auch bei THE OBSESSED ein Problem: Ja, das 1994er Album „The Church Within“ ist eine Hausnummer, die man erst einmal wieder erreichen muss. Aber auch damals gab es Songs, die vor allem im Albumkontext funktionierten, während sie als Einzelstücke nicht unbedingt sofort Begeisterung auslösten. „Sacred“ wird der Titel der Comebackscheibe lauten, und was bis dato vorab zu hören war, klingt nach klassischem OBSESSED-Stoff. Keine Experimente, bewährte Machart – was nichts Schlechtes bedeuten muss. Ohne Nerd-Overkill geht’s natürlich heutzutage auch hier nicht mehr: Das Vinyl erscheint unter anderem als „Super Deluxe“-Version, als „Metallic Gold Splatter“ und in sattem Rot. Ausgaben mit CDs und Shirts gibt’s ebenfalls: http://relapse.com/the-obsessed-sacred

 

„Forward Into The Past“ wird das bald erscheinende Album von SKYCLAD heißen, was mir auf seltsame Weise wie eine Art ZWNN-Motto erscheint. Wie dem auch sei: Im NONKONFORM hatten SKYCLAD immer einen Stein im Brett, und während (angeblich) auch an der Wiederveröffentlichung der älteren auf Noise Records erschienenen Scheiben gearbeitet wird, bleibt die Band in neuer Formation weiter auf Kurs. Zu Pfingsten steht ein Gastspiel beim Rock-Hard-Festival auf dem Programm, sodass wir SKYCLAD vielleicht sogar im TV-Programm wiedersehen werden (der WDR-Rockpalast überträgt ja traditionell von dort). Vorab gibt es von der neuen Scheibe das Stück „Change is coming“ zu hören, bei dem es sich lohnt, auch den Text genauer zu studieren. Ja, es gibt sie, die Bands mit konkreten Inhalten abseits von Klischee-Abfeierei oder Szeneverboten à la „Im Metal hat Politik nichts verloren“ (wieso eigentlich?).

– Stefan –  03/2017

Mrz 202016
 
Matthias Herr und Chuck Schuldiner von DEATH, Berlin, Oktober 1991

Matthias Herr und Chuck Schuldiner von DEATH, Berlin, Oktober 1991
https://youtu.be/u3DdQ0bb-rg

Wer sich in den 80ern bis in die späten 90er-Jahre über Heavy Metal informieren wollte, musste zum ROCK HARD (alles andere aus dem kommerziellen Print-Sektor zu diesem Thema konnte man eigentlich vergessen) greifen oder sich in den sehr lebhaften Fanzine-Untergrund begeben. In den üblichen Rock-Lexika fand man allenfalls AC/DC oder KISS, vielleicht noch einen Eintrag zu IRON MAIDEN und JUDAS PRIEST oder später zu METALLICA, oft geschrieben mit dem Unterton, dass dies ja keine richtige Rock-Musik sei, sondern nur laut und ordinär. CANDLEMASS, FATES WARNING oder OVERKILL suchte man hier natürlich vergeblich.

Im Juni/Juli 1989 veröffentlichte Matthias Herr aus Berlin-Kreuzberg den ersten Band seines „Heavy Metal Lexikons“ im Eigenverlag. Schwarzweiß-Fotos, Schreibmaschinen-Typographie und Fachkompetenz gepaart mit furchtloser Subjektivität waren Kennzeichen dieses Werks, das zu dieser Zeit im deutschen Sprachraum einzigartig war. Im September 1990, in Berlin war die Mauer gefallen, legte Matthias Band 2 in etwas professionellerem Layout nach , der auch eine Musikhistorie, Begriffserklärungen und Fanzine-Vorstellungen (u. a. das GIANT’S LORE und das MORTAL SIN) enthielt. Die Bücher verkauften sich gut und ein Jahr später folgte Band 3, im Anhang eine „Bunte Liste des Heavy Metal“, ein Szene-Überblick und ein Artikel über das ROCK HARD, welcher in den folgenden Jahren das gespannte Verhältnis zwischen Matthias und der Redaktion des RH bestimmen sollte. Bis zum vierten Band (mit einer lobenden Erwähnung des NONKONFORM im Fanzine-Teil!) sollte etwas längere Zeit vergehen, er kam im April 1994 in die Läden und Mailorders, jedoch hatte Matthias dazwischen den ersten Band komplett überarbeitet und im März 1993 veröffentlicht. Zwanzig Jahre sind es bald her, dass der fünfte und letzte Band der Reihe erschien. Im Oktober 1996 war das, und er hatte, wie die Vorgänger, etwa 200 Seiten Umfang.


Matthias Herr hatte sich in seinen Lexika nicht nur auf Heavy Metal (mit seinen damals noch etwa übersichtlicheren Subgenres) beschränkt, sondern stellte auch relevante Bands des klassischen Rock, aus Punk und Hardcore vor und erweiterte damit das musikalische Spektrum vieler Fans. Es gab in seinen Lexika Bands, deren Werke Matthias gleich neben die vier Evangelien stellte – DEATH gehörten dazu – gleichermaßen räumte er Künstlern oder –  aus seiner Sicht – „Künstlern“, die er partout nicht leiden konnte wie WARLOCK/DORO, die gleiche Seitenzahl ein, um dort genüsslich sein Missfallen auszudrücken („Sie wird dieses Kapitel gut überstehen und überleben, da bin ich sicher“).
Mitte der 90er Jahre moderierte Matthias die Radio-Sendung „Tendenz Hard bis Heavy“ bei MDR Sputnik.
Die 600seitige „Black Metal Bible“ von 1998 war das letzte journalistische Erzeugnis, sein subjektiver Stil brachte viele an die Grenzen ihrer Toleranz, keines der „Heavy Metal Lexika“ war so umstritten.
Die Bände sind heute noch gebraucht erhältlich, man sollte aber damit rechnen,  die damaligen 24,80 heute  in Euro ausgeben zu müssen und dafür ein nicht mehr ganz frisches Exemplar zu bekommen.

Man weiß nicht viel darüber, was Matthias Herr in den einundreißig Jahren vor dem ersten Band des „Heavy Metal Lexikons“ gemacht hat, noch weniger weiß man, was nach der „Black Metal Bible“ geschah; ein zweiter Teil war angekündigt worden, erschien aber nie. Hatte er nach den heftigen Reaktionen auf sein letztes Werk die Lust verloren, weitere Bücher zu veröffentlichen, hatte er genug  von „zweifelhaften und dubiosen Entwicklungen in einer Branche, in der es scheinbar wenig Gerechtigkeit gibt, Trends kreiert, Gruppen hochgejubelt werden, um sie genauso schnell wieder fallenzulassen“ (Backcover-Text von Band 5)? In den Internetforen wird bis heute darüber spekuliert, wie jemand so vollständig von der Bildfläche verschwinden konnte. Es gab wilde Gerüchte, die teils von den Moderatoren gelöscht wurden.

Im April 2003 hatte ich vorsichtig per Brief bei Matthias angefragt, ob er bereit wäre, mit uns ein schriftliches Interview zu führen, und wenige Wochen später schrieb Matthias auf der Rückseite einer Faltanleitung der IKEA-Zeitungssammelbox „Flyt“ zurück, dass er gern für ein Interview zur Verfügung stehe und wir ihm einfach die Fragen schicken sollten. Mit dieser Antwort hatten wir gar nicht gerechnet, und so dauerte es etwas, bis wir ihm im Juli einundzwanzig Fragen zu den Heavy-Metal-Lexika, seinen Plänen und seinen heutigen Ansichten zur Musik, Kunst and the everflow zusammen mit einer CD mit den Seiten des „zine with no name“ nach Berlin in die Hannemannstr. 1 schickten. Es kam keine Antwort. Im Oktober fragte ich per Brief nach – keine Reaktion. Damit war’s das erstmal für uns. Ich war nicht verärgert, es kann wichtigere Dinge im Leben geben, als Interviewfragen per Brief zu beantworten, und ich kannte die Lebensumstände von Matthias nicht.
Trotzdem probierte ich es drei Jahre später, im Juni 2006, noch einmal unter der bekannten Adresse. Dieser Brief kam als unzustellbar zurück; irgendwann in der Zwischenzeit musste Matthias umgezogen sein.

Zehn Jahre sind seit seitdem vergangen, immer noch frage ich bei Treffen mit alten Heavy-Metal-Fans oder Leuten aus der damaligen Fanzine-Szene, ob sie etwas Neues von Matthias Herr wissen. Bedauerndes Kopfschütteln.
Sitzt er also in einer Holzhütte auf der Mecklenburgischen Seenplatte und schreibt an Band 10 seines „Heavy Metal Lexikons“, auf den Tag wartend, an dem die Zeit reif für die Nachfolger seiner einzigartigen Bücher ist?

Egal, was du heute machst, Matthias: Wenn du dich zu dem äußern willst, was die letzten achtzehn Jahre passiert ist, schreib uns! Wir werden dein Statement hier veröffentlichen. Verwende unsere Postadresse im Impressum, und schreibe bitte zumindest einen Teil mit der Hand, damit wir einigermaßen sicher sein können, dass der Brief nicht gefälscht ist. Vielleicht erinnerst du dich auch noch daran, welche LP du mir vor ca. 25 Jahren auf Kassette überspielt hast ;-).
Es gibt immer noch viele Fans deiner Bücher!

– Martin – 03/2016

Update 26.05.2016: Matthias Herr lebt! Auf unsere schriftliche Interview-Anfrage Ende März  hat er jedoch bis heute nicht geantwortet. Wir respektieren das.

Nov 292015
 

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scorps_blogSchau an, 50 Jahre die Scorpions….! Sachen gibt’s! Na ja, 20 bis 30 Jahre hätten’s meiner Meinung nach auch getan. Um das aber hier direkt mal klar zu stellen: Ich bin wirklich Fan der Band. Ich kann es bis heute immer noch kaum fassen, wie gut die Band zwischen’75 und ’85 war und was sie erreicht hat.
Anlässlich des Jubiläums veröffentlichen die nicht immer geschmackssicheren Scorpions (siehe Foto links) nun einige ihrer Albenklassiker als sog. 50th Anniversary Edition mit allem Pipapo…., 180 Gramm Vinyl, Bonus Tracks, schicke CD-Schuber usw.

– Falko –

Nov 082015
 

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Der Bassist meiner Band kam letztens auf mich zu und meinte ich solle mir unbedingt Kadavar anhören – Stil: Sabbath, Pentagram und irgendwie Stoner-Retro-Rock. Ich kramte ein bisschen im Internet, las das ein oder andere Interview und stellte dabei erstaunt fest, dass die Band bereits mit ihren Alben in den Charts war…. the next big thing? Kadavar nehmen ihre Musik stilecht weitestgehend analog auf, einen Ansatz den ich sympathisch finde. Von daher musste ich nicht lange überredet werden mit auf’s Konzert in die Kölner Kantine zu gehen um zu hören, wie sie live klingen.

– Falko – 11/2015

Okt 222015
 

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„Nicht für eine Millionen Pfund würde ich diesen Schrott nochmal spielen wollen…“, äußerte Pink Floyd Bassist Roger Waters 1984 in einem Interview mit Radio BBC 1 über das 1970er Werk „Atom Heart Mother“. Schade, ist es doch eines meiner Pink Floyd Lieblingswerke. Schon (fast) alleine des unglaublichen Artworks wegen, ein Foto einer beliebigen Kuh auf irgendeiner Weide in England… grandios!
– Falko –

Nov 022014
 

20 years ago, thus way back in 1994, the Norwegian band The 3rd And The Mortal released their debut album “Tears Laid In Earth” which I still consider the best atmospheric Doom Metal album. To my knowledge, it was also the first metal album to only feature clean female vocals, later on also referred to as “heavenly female voices“. (Some male-fronted metal bands had been experimenting with this type of vocals already earlier, but only on single songs or – as in the case of Paradise Lost – in combination with harsh male vocals.) Already a bit earlier, The 3rd And The Mortal had released their debut EP “Sorrow”, whose music was in the same vein as on their debut album and also featured the beautiful clean voice of Kari Rueslåtten. But it wasn’t before October 18th, 2014, 20 years and 13 days after I had bought “Tears Laid In Earth”, that I finally got the chance to hear 3 songs from that album, including my absolute fave “Death-Hymn”, performed live by the original singer Kari Rueslåtten. This was probably also due to the fact that Kari had left the band already in 1995 to start a solo-career which had absolutely nothing to do with metal.

I never might have heard any of the songs from The 3rd And The Mortal’s debut album live sung by Kari Rueslåtten, if she hadn’t somehow gotten into contact with Leaves’ Eyes- and former Theatre of Tragedy-vocalist Liv Kristine and former The Gathering-singer Anneke van Giersbergen a while ago and all three of them had started planning to do something together, which eventually became a project called The Sirens. I have to admit that I have never been a big fan of Theatre of Tragedy, because in addition to Liv’s clean female vocals, they also featured male growling, something I still can’t stand today, whereas I liked The Gathering with Anneke on vocals right from the beginning, thus the release of “Mandylion” in 1995, and got the chance to see and hear them live for the first time already about 19 years ago, on December 29th, 1995, to be precise.

I’ve been attending the Metal Female Voices Fest nearly each year since 2004, though in the past years mostly as some kind of habit and not because of the bands performing there (with a few exceptions here and there). When this year’s line-up already looked rather bleak for me, The Sirens were one of the last acts to be announced. When I read that they would play also some “old stuff” of their former bands, I thought that this might turn out to be the most interesting act for me and I was not mistaken.

I’m tempted to say that hearing “Death-Hymn” with Kari Rueslåtten on vocals alone was worth the trip to this festival (in spite of the fact that the live version was about two minutes shorter than the album version) – Kari’s vocals live sounded as clear and beautiful as they did 20 years ago on the album version of this song. The same applies to the other two songs from “Tears Laid In Earth” which were played at this festival, namely “Autopoéma” (often misspelled – like on the backside of the original album cover – as “Atupoéma”) and “Why So Lonely”, the latter being performed as a duet with Anneke van Giersbergen. For me, these three songs were the absolute highlights of this year’s Metal Female Voices Fest, followed by Anneke’s performance of “Strange Machines” and “In Motion #1” – the latter as a duet with Kari – from The Gathering’s album “Mandylion”.

The entire The Sirens-concert lasted about 75 minutes and the setlist was therefore somewhat shorter than on the other concerts they played on their mini-tour. (I found e.g. a setlist of their very first concert in Bonn which included 20 songs in total.) In addition to the songs mentioned explicitly above, some old songs by Theatre of Tragedy were performed as well as songs from the solo-albums of Liv, Anneke and Kari and one out of two new songs which were written for this project. People interested in the entire setlist will surely find it somewhere on the net as well as live-clips from this performance as well as the other concerts they played. The singers were accompanied by Anneke’s band.

I was also lucky to get the chance to say hello to Anneke and Kari during their signing-session (Liv wasn’t there because of a photo-shooting – and maybe also because she was headlining with her own band Leaves’ Eyes later on the same night) – both seem to be very kind and nice persons. Funny side-note: When Kari saw my t-shirt, she wanted to take a picture of me with her mobile-phone (which she did). A new experience for me, because usually I’m the one who wants to take pictures of his favourite singers and not the other way round.

– Burkhard – November 2014

Aug 192014
 

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undertheskin_smallIn Jonathan Glazers Sci-Fi-Psycho-Horror-Sozialstudien-Fakedoku-Drama „Under The Skin“ prallen die Widersprüchlichkeiten aufeinander und gehen eine bizarre Symbiose ein, die kein Rezipient irritationsfrei überstehen dürfte. Authentische, teils mit versteckter Kamera gefilmte, realitätscharfstellende und dann andererseits überstilisierte surreal wirkende Sequenzen. Nüchterne, bodenständige Alltagsbeobachtungen und dazu kontrastierend ein beunruhigender, zuweilen hypnotischer, zuweilen nervenzerrender, Geräuschkulisse inkludierender Soundtrack. Menschen und Umwelt in unmittelbarer Lebensnähe, bar jeglicher Intimität durch die Fischaugenlinsigkeit einer fremdartigen, isolierten Entität betrachtet. Ein schlichter, vor allem in der ersten Hälfte relativ repetitiver Plot und so gut wie überhaupt keine die vorhandenen Unklarheiten beseitigende Exposition, begleitet von umgemein reichhaltigem Subtext und Symbolismus. Scarlett Johansson, ein weitläufig bebilderter und prominenter Filmstar, völlig jenseits allen Glamours und aller Pose agierend. Zieht sie ihrer Figur situationsbedingt eine emotive humane Maske auf, sind nur wir als mittreibende dritte Person in der Lage ihr gruseliges Doppelspiel zu durchblicken.

– Heiko –

Apr 222014
 

Die Anzahl der Debütalben im Metalbereich, die mich wirklich begeistern können, liegt schon seit einigen Jahren zwischen 0 und 1 pro Jahr. Waren es 2012 Mortillery aus Kanada, so haben mich im letzten Jahr Avatarium aus Schweden mit ihrem gleichnamigen Debüt äußerst positiv überrascht. Dass mir diese Platte so gut gefällt, mag zum einen daran liegen, dass sämtliche Songs von Bassist Leif Edling geschrieben wurden, der mir mit seiner ersten Band Candlemass auch heute noch gefällt (wobei ich mich allerdings für seine sonstigen Projekte nie sonderlich interessiert habe), und zum anderen daran, dass Avatarium mit der mir bis dahin völlig unbekannten Jennie-Ann Smith über eine Sängerin der Extraklasse verfügen. Diese hat eine sowohl sehr kraft- als auch gefühlvolle Stimme, zu der mir (vielleicht auch aufgrund mangelnder Kenntnis) keine Vergleiche einfallen, und spielt daneben noch Akustikgitarre, wenngleich dies aus den Angaben im CD-Booklet nicht hervorgeht.

Die 7 Songs auf dem Debüt kann man überwiegend schon als Doom Metal bezeichnen, was die Band allerdings keinesfalls zu einer Candlemass-Kopie macht. Auffallend sind die insbesondere beim Song “Moonhorse” immer wieder eingestreuten Akustikgitarrenpassagen, wobei für mich hier allerdings vor allem das E-Gitarrensolo ab 3:20 mit dem daran anschließenden Gesangsteil einen der absoluten Höhepunkte des Albums darstellen. Candlemass-untypisch sind auch die immer wieder zum Einsatz kommenden Keyboards (OK, auf “Psalms For The Dead” gab’s die ebenfalls), die erfreulicherweise oft eher nach Hammond-Orgel klingen, und die schöne Ballade “Lady In The Lamp”, bei der u.a. auch wieder das Gitarrensolo besonders hervorzuheben ist.

Vor diesem Hintergrund und angesichts des Umstandes, dass ich diejenigen Metalbands, die mich live interessieren, inzwischen wohl an weniger als zwei Händen abzählen kann, habe ich mir im März kurzentschlossen eine Karte für den letzten Tag des diesjährigen Roadburn-Festivals, an dem Avatarium dort auftreten sollten, gekauft. Zum Glück habe ich nicht noch länger gewartet, denn kurz darauf waren die Karten ausverkauft.

Die 120 Kilometer nach Tilburg (fast durchgehend Autobahn) waren problemlos zu fahren und direkt neben dem 013, wo das Festival stattfand, gibt‘s auch ein großes Parkhaus. Insgesamt sind am letzten Tag des Festivals 14 Bands teils zeitgleich auf drei verschiedenen Bühnen, von denen sich eine in einem anderen Gebäude in der Nähe befand, aufgetreten. Bei fünf weiteren habe ich auch mal reingehört, aber es war nichts dabei, was mich zu einem Plattenkauf animiert hätte, weshalb ich mir jetzt auch weitere Ausführungen dazu ersparen werde.

Avatarium haben pünktlich um halb 6 auf der Hauptbühne begonnen. Um ein paar halbwegs ordentliche Fotos machen zu können, hatte ich mir schon frühzeitig einen Platz ziemlich mittig an der Bühnenabsperrung gesichert. Etwas erschwert wurde das Ganze dadurch, dass unmittelbar am Bühnenrand der ohnehin schon relativ hohen Bühne noch fast durchgehend Monitorboxen aufgestellt wurden. Auch hätte die Bühnenbeleuchtung insgesamt ruhig etwas heller ausfallen können, aber in erster Linie kommt es ja auf die Musik an, und die hat mich voll und ganz überzeugt.

Ausgerechnet Bassist Leif Edling war an diesem Tag, wie ich allerdings schon vorher erfahren hatte, aus gesundheitlichen Gründen verhindert, aber sein Ersatzmann hat, soweit ich das beurteilen kann, seine Sache sehr ordentlich gemacht.

Es wurden alle 7 Songs vom Debütalbum gespielt, womit sich die Spielzeit von insgesamt einer Stunde aufgrund der Überlänge der meisten Songs auch gut füllen ließ.

Sängerin Jennie-Ann machte auf der Bühne nicht nur allgemein einen sehr sympathischen Eindruck und schien ihren Spaß zu haben, sondern konnte live mit ihrer Stimme ebenso überzeugen wie schon auf dem Album, was ja leider keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist. Die Akustikgitarrenpassagen hat sie ebenfalls übernommen.

Auch die anderen Musiker, insbesondere Gitarrist Marcus Jidell, haben mir gefallen. Von mir aus hätte das Konzert gerne noch länger dauern dürfen. Wenn man bedenkt, dass dies, wenn ich das richtig sehe, erst der zweite Liveauftritt von Avatarium war, war das schon eine beachtliche Leistung, wobei die Musiker allerdings auch schon (fast?) alle in anderen Bands Liveerfahrung gesammelt haben.

Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen, auch noch zur Signing-Session zu gehen, die eine halbe Stunde nach dem Auftritt angesetzt war, wobei sich der Andrang allerdings in einem recht überschaubaren Rahmen hielt. Immerhin gab es hier die Möglichkeit, ein paar Worte, vor allem mit dem Gitarristen und der Sängerin zu wechseln. Dieser habe ich dann noch gesagt, dass ich Avatarium ja gerne mal auf dem Metal Female Voices Fest sehen würde. Zufälligerweise war auch einer der Organisatoren dieses Festivals zugegen, der von Avatarium ebenfalls sehr angetan war, wie ich erfuhr, als ich ihn ansprach. Er hat Jennie-Ann dann noch etwas mehr über das MFVF erzählt, und sie schien durchaus an einem Auftritt dort interessiert zu sein. Jetzt kann ich nur noch hoffen, dass es ihm gelingt, den- bzw. diejenigen, die letztlich darüber entscheiden, welche Bands gebucht werden, von den Qualitäten Avatariums zu überzeugen. Ich würde mich jedenfalls freuen, diese Band im Oktober noch einmal live erleben zu können, wobei ich natürlich auch gegen ein Konzert in Deutschland nichts einzuwenden hätte. Allerdings gibt es diesbezüglich, wie mir der Gitarrist sagte, derzeit noch keine konkreten Pläne.

Ich hoffe jedenfalls, dass auf das Debütalbum von Avatarium noch weitere Alben folgen werden, die mir ebenso viel Spaß machen wie dieses, und dass der erste Besuch eines Konzertes dieser Band nicht auch der letzte gewesen sein wird. (Außerdem fehlt mir ja noch das Autogramm von Leif Edling auf dem Digipak-Cover und dem CD-Booklet, und ein paar meiner Fotos würde ich mir auch ganz gerne noch signieren lassen.)

– Burkhard – 04/14
Fotos: Burkhard

Apr 022014
 

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Das Phänomen Laibach, Teil des im damaligen Jugoslawien entstandenen Künstlerkollektivs NSK alias „Neue Slowenische Kunst“, ist ein Quell jahrzehntelanger Inspiration und zugleich hartnäckiger Missverständnisse. Geboren aus dem künstlerischen Konzept der „Retro-Avantgarde“ entstehen Musik und Kunst mit Potenzial zu großer Kontroverse. Immer wieder sollen Laibach erklären, dass sie weder einem plumpen Uniformfetisch erlegen sind, noch dass sie affirmativ totalitären Ideologien wie dem Faschismus huldigen.

– Stefan –

Feb 262014
 

Gibt’s auch auf Deutsch

The last time I have enjoyed a new Thrash Metal album as much as Mortillery‘s „Murder Death Kill“ (and its follow-up „Origin of Extinction“) must have been more than 20 years ago. So, when they announced that they‘d tour in Europe supporting Sepultura, I was very happy to find out that they would also play in Germany.

mortillery_mdkI bought a ticket for the first show of this tour in Bochum on February 7th, 2014. Even though I was inside the venue about 5 minutes before the concert should start (6.30 p.m.) – on my way there had got stuck in a few smaller traffic jams -, Mortillery had already started playing. However, I think I got to see another 25 minutes, so I suppose I didn’t miss too much. The sound was good and I really enjoyed the show. I don’t remember all the songs they played, but „No Way Out“, „Maniac“ (one of my faves from the current album) and „I Am Destruction“ (which – in spite of being one of the strongest new songs – is only to be found on the vinyl version of „Origin Of Extinction“) were among them, as well as a new song, „Radiation Sickness“ (no, not a Nuclear Assault cover), which will be featured on their third album. My first impression of the new song was very positive.

After Mortillery had left the stage, I headed for the merchandise booth – not to buy anything, but hoping they would show up there, which they eventually did. I got both CD-booklets signed and got into a really cool conversation with guitarist Alex and bassist Miranda, mostly about Thrash Metal and the glorious days of the eighties when they were just little kids or not even born yet. I had to ask them if they knew Dawn Crosby (not in person, of course) and it turned out that they both were huuuuge fans of her! Alex even had the Détente-logo on his jacket – I think he said that Miranda had painted it for him. I had to tell them how I had gotten into written contact with Dawn Crosby (even though only for a short time) way back in the nineties. I also asked them – among other things – if they knew Sacrilege mortillery_ood(the female-fronted Thrash Metal band from the UK) and Znowhite. They told me they had heard some songs by Sacrilege and also Znowhite‘s „Hell Bent“. I was, of course, prepared just in case, so it seemed it was a very positive surprise for them when I first handed them a copy of the Sacrilege-CD featuring „Within The Prophecy“ and „Behind The Realms Of Madness“ (a CD-R, not the original, of course) and then a copy of Znowhite’s „Act Of God“. I really love such moments when I can give some of my favourite musicians some stuff (mostly CDs) I’m quite sure they will like.

I also mentioned to Alex that I would like to see them at the Metal Female Voices Fest and he told me that their record label Napalm Records had already suggested to them that they should send in their application, since Napalm Records are one of the sponsors of this festival. It would be so cool, if I should actually get the chance to see them there again in October! I also asked Alex for his e-mail-address so we can stay in contact and I can recommend him more old school Thrash Metal he might not have heard yet. E.g. when I mentioned Anacrusis and Hexenhaus to him, he said he hadn’t heard them yet.

Flotsam_npfgBack to the concert: Flotsam & Jetsam were the second band to play. The first and so far also last time I had seen them live was way back in 1988 when they were supporting Megadeth together with Sanctuary and Testament (what a great line-up!) at the Grugahalle in Essen. I only have got their first two albums and even though I listen to them very rarely nowadays, I still like them – especially the bass-playing on „Doomsday For The Deceiver“. I think Flotsam & Jetsam didn’t play much longer than half an hour, either – I missed the beginning of their set, because I was still talking to Alex. When I was inside the venue again, I got to hear – in addition to a newer(?) song, which didn’t impress me that much – „Hammerhead“ and „Iron Tears“ from their debut and two of my favourite tracks from „No Place For Disgrace“, namely the title track and „I Live, You Die“ – that was simply fantastic!

After they had left the stage, I went back to the merchandise booth to continue my conversation with Alex and Miranda until they said they had to leave for a while to eat something and have a shower. They said they might be back by the end of Sepultura’s gig.

The third band playing this evening were Legion Of The Damned, a newer band I hadn’t heard before. They sounded darker and less melodic and the vocals were more extreme. It was still bearable, though.

sepu_btrWhile I do have two of Sepultura’s albums – „Beneath The Remains“ and „Arise“ – and think they are quite okay (I haven’t listened to them for a very long time now), they have never been one of my favourite bands. And this concert didn’t change this. I have to say that I found Sepultura’s set very tiring and more than once nearly unbearable. The vocals sounded most of the time like monotonous screaming without any melodies at all – the same goes for the music. Even the three or four songs (?) from the two albums I have got, sounded far less enjoyable than the album version. If I hadn’t wanted to meet the guys and girls of Mortillery again, I would have left earlier. After Sepultura had finally finished their set, I spotted Alex from Mortillery once again and we talked again for another 30-45 minutes, occasionally interrupted by other fans who wanted to get some stuff signed, have a picture taken with the musicians and also exchange a few words with them. Before I eventually left at about a quarter to midnight, I told Alex that the running order had been wrong and that it should have been the other way round. And I really mean this seriously. I really enjoyed Mortillery the most, followed by Flotsam & Jetsam. Legion Of The Damned were still okay, whereas I really would have liked to skip Sepultura.

 

 

MORTILLERY (und andere) live in Bochum (07.02.2014)

Das letzte Mal, dass ich an einem neuen Thrash Metal Album soviel Spaß wie an Mortillerys „Murder Death Kill“ (und dem Nachfolger „Origin of Extinction“) hatte, muss mehr als 20 Jahre her sein. Als sie daher eine Europatour als Support für Sepultura ankündigten, war ich sehr erfreut, als ich sah, dass sie auch in Deutschland auftreten würden.

mortillery_mdkIch kaufte mir eine Karte für das erste Konzert der Tour in Bochum am 07.02.2014. Obwohl ich schon 5 Minuten vor dem angekündigten Konzertbeginn (18:30 Uhr) in der Halle war – auf dem Weg dorthin hatten mich einige kleinere Staus aufgehalten -, hatten Mortillery bereits angefangen. Ich glaube, ich habe noch so ca. 25 Minuten mitbekommen und nehme daher an, dass ich nicht zuviel verpasst habe. Der Sound war gut und das Konzert hat mir wirklich Spaß gemacht. Ich erinnere mich nicht mehr an alle Songs, die sie gespielt haben, aber „No Way Out“, „Maniac“ (einer meiner Lieblingssongs vom aktuellen Album) und „I Am Destruction“ (der – obwohl es sich um einen der stärksten neuen Songs handelt – nur auf der Vinylversion von „Origin Of Extinction“ zu finden ist, wofür man den Verantwortlichen bei der Plattenfirma die Ohren langziehen sollte!) waren darunter, ebenso ein neuer Song, „Radiation Sickness“ (nein, keine Coverversion des gleichnamigen Songs von Nuclear Assault), der auf dem dritten Album zu hören sein soll. Mein erster Eindruck des neuen Songs war sehr positiv.

Nachdem Mortillery die Bühne verlassen hatten, begab ich mich in Richtung des Merchandisestandes, jedoch nicht, um etwas zu kaufen, sondern in der Hoffnung, dass die Musiker dort auftauchen würden, was schließlich auch geschah. Ich ließ mir beide CD-Booklets signieren und hatte eine tolle Unterhaltung mit Gitarrist Alex und Bassistin Miranda, hauptsächlich über Thrash Metal und die glorreichen Tage der Achtziger, als die beiden noch kleine Kinder oder noch nicht einmal geboren waren. Ich musste sie natürlich fragen, ob sie Dawn Crosby kennen (natürlich nicht persönlich) und es stellte sich heraus, dass beide große Fans von ihr sind! Alex hatte sogar ein Détente-Logo hinten auf seiner Jacke – ich meine, er sagte, dass Miranda das für ihn gezeichnet hätte. Ich musste ihnen dann natürlich auch erzählen, wie ich in den Neunzigern in Briefkontakt mit Dawn Crosby gekommen bin (auch wenn es nur für eine mortillery_oodkurze Zeit war). Ich fragte sie dann u.a. auch, ob sie die britische Thrash Metal-Band Sacrilege kennen würden und Znowhite. Sie sagten mir, dass sie ein paar Songs von Sacrilege gehört hätten und auch Znowhites „Hell Bent“ hätten. Ich war natürlich für diesen Fall vorbereitet, und so schien es eine sehr positive Überraschung für sie zu sein, als ich ihnen zunächst ein Exemplar der Sacrilege-CD mit den Alben „Within The Prophecy“ und „Behind The Realms Of Madness“ (natürlich eine CD-R, nicht das Original) und dann ein Exemplar von Znowhites „Act Of God“ überreichte. Ich liebe solche Momente, wenn ich einigen meiner Lieblingsmusiker etwas (meist CDs) geben kann, bei dem ich relativ sicher bin, dass sie es mögen werden.

Ich sagte Alex auch, dass ich sie gerne beim Metal Female Voices Fest sehen würde, und erwiderte, dass bereits ihre Plattenfirma ihnen vorgeschlagen hätte, sich dort zu bewerben, da sie zu den Sponsoren des Festivals gehört. Es wäre toll, wenn ich tatsächlich die Gelegenheit bekommen sollte, sie dort nochmals im Oktober zu sehen! Ich fragte Alex dann nach der E-Mail-Adresse, um mit ihm in Kontakt bleiben zu können und ihm vielleicht einige weitere Bands, die er eventuell noch nicht gehört hat, empfehlen zu können. Als ich z.B. Anacrusis und Hexenhaus erwähnte, sagte er, dass er diese noch nicht gehört habe.

Flotsam_npfgZurück zum Konzert: Flotsam & Jetsam spielten als zweite Band. Das erste und zugleich letzte Mal, dass ich sie gesehen hatte, war 1988 gewesen, als sie als Vorband von Megadeth auftraten, zusammen mit Sanctuary und Testament (was für ein tolles Line-Up!) in der Grugahalle in Essen. Ich habe nur ihre beiden ersten Alben, und auch wenn ich diese heutzutage nur noch selten höre, mag ich sie immer noch, vor allem das Bassspiel auf „Doomsday For The Deceiver“. Ich glaube, Flotsam & Jetsam haben auch nicht viel länger als eine halbe Stunde gespielt – ich habe den Anfang ihres Sets verpasst, da ich mich immer noch mit Alex unterhielt. Als ich wieder in der Halle war, habe ich noch neben einem neueren (?) Song, der mich nicht sonderlich beeindruckt hat, „Hammerhead“ und „Iron Tears“ von ihrem Debüt und zwei meiner Lieblingssongs von „No Place For Disgrace“, nämlich den Titelsong und „I Live, You Die“, mitbekommen – das war einfach fantastisch!

Nachdem sie die Bühne verlassen hatte, ging ich zurück zum Merchandisestand, um meine Unterhaltung mit Alex und Miranda fortzusetzen, bis sie schließlich meinten, dass sie mal für eine Weile verschwinden müssten, um etwas zu essen und zu duschen. Sie sagten noch, dass sie wohl gegen Ende von Sepulturas Auftritt wieder zurück sein würden.

Die dritte Band an diesem Abend waren Legion Of The Damned, eine neuere Band, die ich bislang nur vom Namen her kannte. Sie klangen düsterer und weniger melodisch und der Gesang war extremer, aber es war immer noch erträglich.

sepu_btrWenngleich ich zwei von Sepulturas Alben – „Beneath The Remains“ und „Arise“ – habe und sie auch ganz OK finde (ich habe sie schon sehr lange nicht mehr gehört), haben sie nie zu meinen Lieblingsbands gehört. Daran hat auch dieses Konzert nichts geändert. Ich muss sagen, dass ich Sepulturas Set sehr anstrengend und mehr als einmal beinahe unerträglich fand. Der Gesang klang die meiste Zeit wie monotones Schreien ohne jegliche Melodien, die mir auch bei der Musik fehlten. Selbst die drei oder vier (?) Songs von den beiden Alben, die ich habe, klangen live weit weniger unterhaltsam als die Albumversionen. Wenn ich nicht die Musiker von Mortillery noch einmal hätte treffen wollen, wäre ich vorzeitig abgehauen. Nachdem Sepultura endlich ihren Auftritt beendet hatten, sah ich Alex von Mortillery wieder und wir unterhilten uns noch weitere 30-45 Minuten, gelegentlich unterbrochen von anderen Fans, die etwas signiert haben, sich mit den Musikern fotografieren lassen und auch mit ihnen ein paar Worte wechseln wollten. Als ich schließlich gegen viertel vor Zwölf ging, sagte ich Alex noch, dass die Running Order falsch gewesen wäre und genau anders herum hätte sein sollen. Und das ist mein Ernst. Mortillery haben mir wirklich am besten gefallen, gefolgt von Flotsam & Jetsam. Legion Of The Damned waren noch OK, während ich auf Sepultura gerne verzichtet hätte.

– Burkhard – 02/14