{"id":190,"date":"2011-06-19T20:55:20","date_gmt":"2011-06-19T19:55:20","guid":{"rendered":"http:\/\/zine-with-no-name.de\/zwnnblog\/?p=190"},"modified":"2012-12-10T21:02:11","modified_gmt":"2012-12-10T20:02:11","slug":"filesharing-eine-moralische-oder-okonomische-debatte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zine-with-no-name.de\/zwnnblog\/filesharing-eine-moralische-oder-okonomische-debatte\/","title":{"rendered":"Filesharing &#8211; eine moralische oder \u00f6konomische Debatte?"},"content":{"rendered":"<p>Heute Abend sah ich mir den durchaus launigen aber erwartungsgem\u00e4\u00df relativ fruchtlosen argumentativen Schlagabtausch zwischen Sascha Lobo und Marcel Wei\u00df auf der &#8222;all2gethernow&#8220; an (im Publikum erkannte ich noch die scheinbar omnipr\u00e4senten Michael &#8222;mspro&#8220; Seemann und Stefan Herwig).<\/p>\n<p>Hier der Mitschnitt:<\/p>\n<div align=center>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"http:\/\/de.sevenload.com\/pl\/tkkya1N\/300x258\"><\/script>\n<\/div>\n<\/p>\n<p>Die beiden Lager spalteten sich sauber in \u00f6konomische und moralische Standpunkte und redeten inhaltlich munter an einander vorbei. Das Video provozierte allerdings bei mir pers\u00f6nlich einige reflektive Gedanken und pl\u00f6tzlich stand dieser Artikel als eigener Beitrag im diskursiven Raum und wollte raus. Nun denn. Schauen wir zuerst einmal auf die \u00f6kononische Seite: Seit dem digitalisierbare Informationen sich von ihren bisherigen Tr\u00e4germedien emanzipiert haben und mittels nahezu unbegrenzter Kopier- und Verteilungsm\u00f6glichkeit durch Computer und Internet ein fl\u00fcchtiges und allgegenw\u00e4rtiges Dasein erlangten, ist es mit der Musik-Datei als knappem monetarisierbarem Gut so ziemlich vorbei. Das ist eine \u00f6konomische Tatsache. Sobald die Marginal- oder Grenzkosten f\u00fcr ein weiteres Exemplar gegen Null tendieren, wird sich auch der am Markt erzielbare Preis in diese Richtung orientieren. Wenn es dann zus\u00e4tzlich zur Situation eines sogenannten &#8222;perfekten Marktes&#8220; kommt, in welchem vollkommene bzw. keine Konkurrenz herrscht, dann w\u00e4re, wenn ich das selbst richtig verstanden habe, alles frei f\u00fcr jeden Teilnehmer verf\u00fcgbar. Dem nach w\u00e4ren beispielsweise Peer-To-Peer-Tauschb\u00f6rsen im Internet ein solcher Markt f\u00fcr digitale G\u00fcter. Die bisherigen Gatekeeper und Erm\u00f6glicher von Information, wie etwa die Plattenfirmen, Vertrieb und Einzelhandel bei Musik, haben endg\u00fcltig und unwiderruflich ihre monopolistische Stellung eingeb\u00fc\u00dft. Wenn ein Marktteilnehmer seine Musik weiterhin verkaufen m\u00f6chte, sie also zu einem kostenpflichtigen knappen Gut machen und nicht umsonst anbieten m\u00f6chte, wird dies in einem perfekten Markt mit absoluter Sicherheit jemand anderes an seiner Stelle tun und damit sein Gesch\u00e4ftsmodell torpedieren. W\u00e4hrend dieser Dritte m\u00f6glicherweise sogar noch sein eigenes darauf aufbaut. Oder es sind bei K\u00fcnstlern in der Regel die eigenen Fans, die f\u00fcr effektive Verbreitung sorgen. Der Sch\u00f6pfer oder Verwertungsrechteinhaber wird die Kontrolle \u00fcber das Werk verlieren &#8211; dies ist bei Grenzkosten (Preis f\u00fcr die Erstellung einer weiteren Einheit) die gegen Null tendieren unvermeidlich. Um dies verhindern zu wollen, m\u00fc\u00dfte man wohl eine technische \u00dcberwachungsinfrastruktur implementieren, die mit einem freien Internet unvereinbar ist. Der entstehende Schaden f\u00fcr die gesamte Gesellschaft w\u00e4re immens. Aber man konkuriert als Musiker nicht nur mir seinen eigenen Sch\u00f6pfungen gegen den perfekten Markt, sondern auch gegen eine Million andere Musiker und deren Produkte. Worum? <strong>Um die Aufmerksamkeit der Konsumenten.<\/strong> Auch dies ist ein knappes Gut und hat damit einen wirtschaftlichen Wert. Viele Musiker werden die Vorteile der ungehinderten Distribution zu nutzen wissen, um f\u00fcr sich die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Popularit\u00e4t, Reichweite, Bekanntheit, \u00d6ffentlichkeit zu generieren. Das erreicht, finden sich durchaus existente M\u00f6glichkeiten der Monetarisierung. Nichts ist f\u00fcr einen K\u00fcnstler gef\u00e4hrlicher als Anonymit\u00e4t. Zeitungen sind im Internet in den letzten Dutzend Jahren mit Bezahlschranken, sogenannten Paywalls, immer wieder gescheitert. Letztes prominentes Beispiel war die London Times. Sofern man nicht ganz besonderen, begehrten Inhalt bietet, schie\u00dft man sich damit nur selbst ins Knie und schneidet sich vom allgemeinen Diskurs ab, verliert dramatisch an Reichweite, Einflu\u00df und Relevanz. Bei den bisherigen und zuk\u00fcnftigen Werbekunden d\u00fcrfte dies wenig Anklang finden. Das hat \u00fcberhaupt nichts mit irgend einer omin\u00f6sen Gratiskultur zu tun, denn Zeitungen wurden auch in ihrer gedruckten Version stets deutlich unter Wert verkauft und der gr\u00f6\u00dfte Teil des Umsatzes mit Werbeeinnahmen erzielt &#8211; also mit der potentiellen Aufmerksamkeit der Leser. Wie sonst k\u00f6nnten sich etwa banale Gratis-Zeitungen finanzieren, die einem am Wochenende l\u00e4stigerweise den Postkasten verstopfen. Qualit\u00e4tsjournalismus im Internet zu vermarkten ist schwierig, da er durch die Fragmentierung von den lohnenden Teilen der Zeitung abgekoppelt ist und Werbung sich im Netz viel breiter streut als auf den relativ wenigen Plattformen im Zeitalter des gedruckten Wortes. Aber es scheint zu funktionieren; &#8222;Zeit-Online&#8220; soll da, habe ich geh\u00f6rt, ein gutes Beispiel sein. Und, um mal eine weitere von der digitalen Revolution betroffene Branche zu nennen: die Einnahmen der Filmindustrie scheinen trotz Tauschb\u00f6rsen und illegalen Streaming-Plattformen wie Kino.to nach wie vor mehr als ordentlich, was man so h\u00f6rt. Wenn &#8222;Avatar&#8220; k\u00fcrzlich der umsatzst\u00e4rkste Film aller Zeiten war (Mehrwert u.a. durch 3D im Kino) oder man aktuell schlanke 30 Millionen Dollar f\u00fcr die Mitwirkung von Johnny Depp im vierten Teil von &#8222;Fluch der Karibik&#8220; in die Hand nehmen kann, dann scheint wohl noch mehr als genug Bimbes im System zu sein. Was soll also das Gejammer? Ich nehme an dieser Stelle Hollywood mal vereinfachend und verallgemeinernd als Indikator f\u00fcr die gesamte Filmwirtschaft. Jedenfalls existieren Studien, die eindeutig belegen, da\u00df es der Musikbranche heute als Ganzes besser geht als je zuvor; da\u00df mehr Menschen musikalisch kreativ sind und auch damit Geld verdienen k\u00f6nnen, als je zuvor. Pers\u00f6nlich war ich in den letzten Jahren auf einigen Konzerten von Bands, von deren Existenz ich vor meinem Anschlu\u00df ans World Wide Web niemals, und sei es auch nur deren Namen, geh\u00f6rt h\u00e4tte. Live-Auftritte geh\u00f6rten schon seit jeher zu den ergiebigsten Einnahmequellen von Musikschaffenden. Die prosperierende Kreativit\u00e4t des musikalischen Bereichs kann ich aus eigener Anschauung vollauf best\u00e4tigen. Es existiert heute da drau\u00dfen viel, viel, viel, viel, viel mehr neue, qualitativ gute Musik (und in einer nie gekannten Differenziertheit), als man im Verlauf eines Menschenlebens \u00fcberhaupt angemessen w\u00fcrdigen k\u00f6nnte. Alleine aus dem kleinen Island kommen unz\u00e4hlige faszinierende Bands und K\u00fcnstler, da scheint nahezu jeder der 300000 Einwohner ein Musiker zu sein &#8211; und mindestens ein Drittel davon Platten aufzunehmen. =) <a href=\"http:\/\/listgeeks.com\/#!\/view\/favourite-icelandic-bands-or-musicians\/by\/HotblackDesiato\" target=\"_blank\">Mal hier schauen&#8230;<\/a> Tipps aus Musik-Foren oder -Blogs, Magazinen wie The Silent Ballet oder den Progarchives, Streams von Plattformen wie Grooveshark, Hypemachine oder allen voran Last.fm geben einen guten Eindruck davon, was dort drau\u00dfen alles gedeiht. Egal in welchem Genre. Die Produktionskosten sind in den letzten zehn Jahren derma\u00dfen dramatisch gesunken, da\u00df jeder mit halbwegs ordentlichem Equipment in seinem Schlafzimmer richtig tolle Musik zu produzieren vermag. Hier ein Beispiel aus meinem Bekanntenkreis: <a href=\"http:\/\/clarodeluna.bandcamp.com\/\" target=\"_blank\">Claro De Luna<\/a>, das Projekt eines sympathischen Kerls namens Jose aus Costa Rica. Es d\u00fcrfte klar ersichtlich sein, alleine aufgrund der schieren Masse an Musikern heutzutage, da\u00df nur ein geringer Teil davon von seiner Kunst einigerma\u00dfen komfortabel sein Auskommen bestreiten kann. Aber es sind mehr als je zuvor in der Geschichte. Ganz egal jedoch wie gut die Musik sein mag die man macht, es kann kein Anspruch davon abgeleitet werden daf\u00fcr bezahlt oder auch nur geh\u00f6rt zu werden. Punkt. Wenn also viele \u00f6konomisch und in ihrer Teilhabe besser gestellt sind als zuvor &#8211; wo liegt dann das Problem?<\/p>\n<p>Kommen wir zur moralischen Perspektive: Sascha Lobo vertritt im eingangs erw\u00e4hnten und verlinkten Gespr\u00e4ch die Auffassung, da\u00df ein Musiker f\u00fcr seine Musik auch Entlohnung, und zwar pr\u00e4ziser: direkte Entlohnung erfahren k\u00f6nnen m\u00fcsse. Da\u00df er kontrollieren k\u00f6nnen m\u00fcsse, wie und f\u00fcr welchen Preis seine Musikdateien den Nutzer finden. Das ist ein frommer Wunsch, aber wie sich das halt mit solchen verh\u00e4lt, hat er wenig mit der Realit\u00e4t zu tun. Wir k\u00f6nnen es als Gesellschaft einfach nicht zulassen, da\u00df Irgendwer oder Irgendetwas kontrolliert, wie sich Informationen im Web verteilen. Keine Einzelperson oder Institution sollte \u00fcberwachen d\u00fcrfen, wer wem was mitteilt oder zukommen l\u00e4\u00dft. Mehr dazu <a href=\"http:\/\/twitter.com\/#!\/Hotblack42\/status\/80380432830566401\" target=\"_blank\">hier<\/a>. Au\u00dferdem beg\u00fcnstigen, wie bereits erw\u00e4hnt, die technischen und \u00f6konomischen Rahmenbedingungen im Web, da\u00df beliebte Datenpakete hier so allgegenw\u00e4rtig wie Atemluft sind und sich preislich dem entsprechend orientieren. Aus dem Blickwinkel des Musikers k\u00f6nnte das Treiben in Tauschb\u00f6rsen durchaus unmoralische Z\u00fcge annehmen. Wie aber beantwortet sich die Frage nach der Moral denn eigentlich vom Besitzer seiner Musikdatei? Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir sind kommunikativ. Kommunikation ist ein grundlegender Akt des Teilens, des Austauschs. Wir teilen gerne sch\u00f6ne oder wichtige Dinge mit einander. Wir haben altruistische Neigungen und wollen, da\u00df es auch anderen besser geht. Sind die anderen um mich herum gut informiert, ausgestattet, bef\u00e4higt, gesund, gl\u00fccklich und zufrieden, dann bef\u00f6rdert dies den Fortbestand der Gruppe wie auch meinen eigenen. Wenn ich nun eine gute Idee habe, dann m\u00f6chte ich diese anderen vermitteln. Ich erkl\u00e4re sie jemandem und erstelle damit gewisserma\u00dfen eine Kopie meiner Idee in seinem Bewu\u00dftsein. Wissen hat sich vermehrt, niemand erleidet einen Verlust. Wir haben dann beide dieselbe Idee und k\u00f6nnen sie unabh\u00e4ngig von einander nutzen. Wenn ich nun ein sch\u00f6nes St\u00fcck Musik habe, k\u00f6nnte ich es mit anderen genauso einfach teilen wie oben genannte Idee &#8211; und damit ebenso das Dasein anderer Menschen bereichern. In diesem Fall ihre kulturellen M\u00f6glichkeiten erweitern. Ohne eigene Kosten oder M\u00fchen. W\u00e4re es nicht das eigentlich Verwerfliche, wenn jetzt jemand daher k\u00e4me, und sei es der Ersteller des urspr\u00fcnglichen Originals, und mir diesen selbstlosen Akt der Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, der Vermittlung, der Beschenkung, der Mitteilung, der Vermehrung von Sch\u00f6nheit, von Erlebensraum und Kultur, wenn jetzt also jemand daher k\u00e4me, und mir genau diesen zutiefst menschlichen Impuls VERBIETEN wollte? Teilen verbieten, ist DAS denn moralisch zu rechtfertigen? Wie man an den Handlungen eines guten Teils der Teilnehmer im Web ablesen kann, erscheint ihnen hier das geltende Urheberrecht als ethisch fragw\u00fcrdig, als willk\u00fcrlich gezogen, veraltet und dem gesellschaftlichen Willen nach nur l\u00e4ssig regulierter Teilhabe und Nutzung (fragt mal die ganzen Mash-Up K\u00fcnstler) anpassungsbed\u00fcrftig. &#8222;Creative Commons&#8220;-Lizensierung ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ein Schritt in Richtung gemeinschaftlicher Kultur. In der &#8222;all2gethernow&#8220;-Diskussion sa\u00df im Publikum ein Musiker, der moralisch zu argumentieren versuchte, in dem er zur Verdeutlichung als erweiternde Analogie das &#8211; leider nach wie vor hypothetische &#8211; Kopieren von St\u00fchlen und Kartoffeln in die Runde warf. Wenn nun jeder nach Belieben und eigenem Ermessen nicht nur digitale, sondern alle m\u00f6glichen materiellen Dinge, ohne zus\u00e4tzliche eigene Kosten und M\u00fchen, kopieren und verteilen k\u00f6nnte? Ja, wo k\u00e4men wir denn da hin?!? In diesem Fall sollte doch jedem klar ersichtlich sein, da\u00df der Schaden f\u00fcr die Wirtschaft enorm w\u00e4re! All die wegfallenden Arbeitspl\u00e4tze! Anarchie!! Das m\u00fcsste nat\u00fcrlich umgehend gesetzlich geregelt und einged\u00e4mmt werden! Hm&#8230; F\u00fcr mich klingt das, ganz im Gegenteil, nach einer ziemlich erstrebenswerten Utopie. Es w\u00e4re moralisch zu verachten, dies zu unterbinden. Mein Nachbar hat nichts zum Essen auf dem Teller und mu\u00df auf dem nackten steinernen Boden sitzen? Na, dann kopiere ich ihm doch schnell mal einen Sack Kartoffeln und einen Stuhl! Und gleich noch ein Fahrrad dazu, damit er auch mal schneller als zu Fu\u00df voran kommt. Kostet mich nur ein L\u00e4cheln. Und, um dieses lachhafte Argument noch zu bedienen: ihr glaubt also wirklich, niemand w\u00fcrde mehr einen Originalstuhl designen und zusammenflanschen, blo\u00df weil anschlie\u00dfend jeder ungehindert eine Kopie davon anfertigen k\u00f6nnte? Schon klar. \u00dcberpr\u00fcft mal euer Menschenbild. Dieser Jesus, beispielsweise, hatte also moralisch ebenfalls im h\u00f6chsten Ma\u00dfe verwerflich gehandelt, als er Fische, Brot und Wein f\u00fcr 5000 Hungernde vermehrte (auf magische Weise, mit Marginal-, Grenzkosten von Null) und sie umsonst verteilte. Wie subversiv. Stellt euch vor, das h\u00e4tte er jeden Tag so gemacht. Unbegrenzt. Gar sehr zum Mi\u00dffallen der lobbystarken ans\u00e4ssigen Fischer-, B\u00e4cker- und Winzergenossenschaften. Er h\u00e4tte ihr auf Knappheit der Produkte basierendes Gesch\u00e4ftsmodell nachhaltig gekillt. Allein das w\u00e4re Anla\u00df genug gewesen, mal eben ein paar Balken herzunehmen, um spontan jemanden ans Kreuz zu nageln &#8230; und sollte der gesetzliche Rahmen dies nicht hergeben, k\u00fcmmert man sich halt zuerst darum, da\u00df er es tut. Oder aber man k\u00f6nnte alternativ dazu versuchen, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen und den Kunden einen Mehrwert zu bieten. Lecker zubereitete ged\u00fcnstete Fische beispielsweise, mit Kart\u00f6ffelchen als Beilage, veredelt mit einer schmackhaften So\u00dfe. Serviert in gediegenem Ambiente, arrangiert als aus der profanen Allt\u00e4glichkeit enthobener Event. F\u00fcr jene Menschen, die es sich leisten wollen und k\u00f6nnen. Das Besondere. Das Exklusive. Explosions In The Sky w\u00e4re ein postrockendes Beispiel einer Band, die es verstanden hat. Obwohl man deren 2011er Album schon vor und nat\u00fcrlich jederzeit auch nach Ver\u00f6ffentlichung an vielen Ecken des Netzes als MP3-Datei f\u00fcr lau sich unerlaubt aneignen konnte, d\u00fcrften sie auf diesem <a href=\"http:\/\/temporaryresidence.com\/descriptions\/trr199.php\" target=\"_blank\">vinylen Schmuckst\u00fcck<\/a> keinesfalls sitzen geblieben sein. Wahrscheinlich hat da eine Auflage nicht gereicht, um die Nachfrage zu decken. Und so mancher Dollar von loyalen Fans der Band d\u00fcrfte den Besitzer gewechselt haben. Hey, ich sehe gerade, die haben noch <a href=\"http:\/\/explosionsinthesky.shop.musictoday.com\/Default.aspx\" target=\"_blank\">weitere tolle Sachen<\/a> im Angebot. Wo war denn gleich noch mal meine verflixte Kreditkarte &#8230;.. Hier noch ein <a href=\"http:\/\/twitter.com\/#!\/Hotblack42\/status\/79288196910952449\" target=\"_blank\">besonders anschauliches Modell<\/a> f\u00fcr die Einbindung von Fans und Schaffung von Mehrwert f\u00fcr Fans durch einen popul\u00e4ren K\u00fcnstler. Hier noch ein sehenswertes, informatives Dokument weiterer Musiker, die durch Selbstvermarktung sehr gut zurecht kommen. M\u00fc\u00dfte auf der all2gethernow 2010 gewesen sein. Betitelt &#8222;DIY Artist&#8220; (u.a. mit Amanda Palmer):<\/p>\n<div align=center>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/player.vimeo.com\/video\/8192433?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" frameborder=\"0\" width=\"400\" height=\"300\"><\/iframe>\n<\/div>\n<div align=center>\n<a href=\"http:\/\/vimeo.com\/8192433\">a2n #camp &#8222;DIY artist&#8220; with Amanda Palmer Part 1<\/a> from <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/all2gethernow\">all2gethernow<\/a> on <a href=\"http:\/\/vimeo.com\">Vimeo<\/a>.\n<\/div>\n<\/p>\n<div align=center>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/player.vimeo.com\/video\/8193132?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" frameborder=\"0\" width=\"400\" height=\"300\"><\/iframe>\n<\/div>\n<div align=center>\n<a href=\"http:\/\/vimeo.com\/8193132\">a2n #camp &#8222;DIY artist&#8220; with Amanda Palmer Part 2<\/a> from <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/all2gethernow\">all2gethernow<\/a> on <a href=\"http:\/\/vimeo.com\">Vimeo<\/a>.\n<\/div>\n<\/p>\n<p>Eine wirklich h\u00f6chst interessante, aufschlu\u00dfreiche Gespr\u00e4chsrunde. Wenn ihr euch weiter gehend mit solchen und \u00e4hnlichen Themen auseinander setzen m\u00f6chtet, kann ich euch nur <a href=\"http:\/\/www.techdirt.com\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.techdirt.com\/<\/a> <a href=\"http:\/\/www.neunetz.com\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.neunetz.com\/<\/a> <a href=\"http:\/\/neumusik.com\/\" target=\"_blank\">http:\/\/neumusik.com\/<\/a> ans Herz legen. Letztere beiden Blogs werden vom oben erw\u00e4hnten Diskutanten Marcel Wei\u00df geschrieben und enthalten in den entsprechenden Artikeln \u00fcber die Gesamtsituation der K\u00fcnstler und der allgemeinen Musikbranche auch die Verweise auf die von mir erw\u00e4hnten Studien. Hab&#8216; mal, als besonderen Service f\u00fcr alle, die tats\u00e4chlich bis hierher durchgehalten haben, einen heraus gesucht:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.neunetz.com\/2010\/09\/14\/studien-kuenstler-verdienen-im-filesharing-zeitalter-mehr-als-zuvor\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.neunetz.com\/2010\/09\/14\/studien-kuenstler-verdienen-im-filesharing-zeitalter-mehr-als-zuvor\/<\/a><\/p>\n<p>Ebenfalls ungemein interessant sind diese Artikel: <a href=\"http:\/\/www.khznoise.com\/karlheinz\/content\/why-musicians-and-labels-should-embrace-filesharing\" target=\"_blank\"><br \/>\nhttp:\/\/www.khznoise.com\/karlheinz\/content\/why-musicians-and-labels-should-embrace-filesharing<\/a> <a href=\"http:\/\/www.demonbaby.com\/blog\/2007\/10\/when-pigs-fly-death-of-oink-birth-of.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.demonbaby.com\/blog\/2007\/10\/when-pigs-fly-death-of-oink-birth-of.html<\/a><\/p>\n<p>Wenn also die gesamte Gesellschaft durch eine F\u00fclle an kulturellen G\u00fctern und Teilhabe daran einen Wohlfahrtszuwachs erf\u00e4hrt, und auch die Kreativen \u00f6konomisch profitieren k\u00f6nnen, warum, zur H\u00f6lle, sollte man diesen utopischen Zustand durch gesetzliche Restriktionen wieder k\u00fcnstlich beschneiden wollen? Nur, um die obsoleten Gesch\u00e4ftsmodelle einer kleinen, aber nach wie vor einflu\u00dfreichen Klientel zu sichern? Jener Typen also, die sowohl die K\u00fcnstler als auch die Kundschaft durch die Macht ihrer Monopolstellung Jahrzehnte lang abgezogen haben? Um&#8217;s abermals emphatisch zu wiederholen: wenn die Mehrheit der Menschen \u00f6konomisch, moralisch und in ihrer Teilhabe besser gestellt sind als zuvor &#8211; wo liegt dann das Problem? Kopieren und Teilung ist das, was jede einzelne organische Zelle st\u00e4ndig tut. Es ist ein Grundmuster des Lebens. Teilen ist Offenheit, Grenz\u00fcberschreitung, Ausweitung, Vermehrung, Vervielf\u00e4ltigung, Grundlage der F\u00fclle. Teilen ist eine Ausdrucksform von Lebendigkeit, von Liebe. <strong>Sharing Is Caring.<\/strong> H\u00e4tte es \u00fcbrigens vor \u00fcber 2000 Jahren schon \u00e4hnliche Verwertungsmomopolrechte heutiger Pr\u00e4gung gegeben, s\u00e4he die \u00dcberlieferung der bekannten, von mir oben beispielhaft verwendeten Szene aus der Bibel vielleicht <a href=\"http:\/\/www.gnu.org\/graphics\/jesus-cartoon.jpg\" target=\"_blank\">so<\/a> aus. Falls ich irgendwo Quark erz\u00e4hlt haben sollte oder ihr was erg\u00e4nzen m\u00f6chtet, dann f\u00fchlt euch eingeladen, wie es so die allgemeine Gepflogenheit ist, es mir in den Kommentaren um die Ohren zu hauen. =) Oh, und bitte fangt mir jetzt nicht noch mit der &#8222;Kulturflatrate&#8220; an!! Warum dann nicht konsequenterweise gleich noch das &#8222;Leistungsschutzrecht&#8220; f\u00fcr unsere deutschen Verleger oben drauf legen? Als ob wir wirklich neue, zus\u00e4tzliche staatlich verordnete Zwangsabgaben ben\u00f6tigen w\u00fcrden &#8230; Auch zu diesem viel diskutierten Vorschlag konnte Marcel Wei\u00df bereits einige gescheite, \u00fcberzeugende Gedanken beisteuern. Ich m\u00f6chte ihn jedoch mit den pr\u00e4gnanten Worten des Twitterers &#8222;fasel&#8220; kommentieren: &#8222;Die Kulturflatrate l\u00f6st ein Problem auf eine schlechte Weise, das es so gar nicht gibt.&#8220; <a href=\"https:\/\/secure.wikimedia.org\/wikipedia\/de\/wiki\/Vollkommener_Markt\" target=\"_blank\">https:\/\/secure.wikimedia.org\/wikipedia\/de\/wiki\/Vollkommener_Markt<\/a> &#8222;Preisbildung auf dem vollkommenen Markt Auf einem vollkommenen Markt gibt es keine Arbitragem\u00f6glichkeiten, so dass Angebot und Nachfrage in einem gemeinsamen Punkt, dem Marktgleichgewicht, aufeinandertreffen. Der Gleichgewichtspreis entspricht den Grenzkosten. Die Anbieter auf dem vollkommenen Markt erzielen keine Gewinne. Es gibt nur einen Preis, zu dem die Nachfrage dem Angebot entspricht und der Markt ger\u00e4umt wird. Anbieter k\u00f6nnen keinen h\u00f6heren Preis als den Gleichgewichtspreis durchsetzen, weil sie aufgrund der Markttransparenz keine Abnehmer finden werden.&#8220;<\/p>\n<p>DISCLAIMER: Der Autor h\u00e4lt sich vom vollkommenen Markt der P-2-P-Tauschb\u00f6rsen fern und m\u00f6chte mit diesem Artikel auch niemanden zur Benutzung animieren. =)<\/p>\n<p><em>&#8211; Heiko &#8211;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute Abend sah ich mir den durchaus launigen aber erwartungsgem\u00e4\u00df relativ fruchtlosen argumentativen Schlagabtausch zwischen Sascha Lobo und Marcel Wei\u00df auf der &#8222;all2gethernow&#8220; an (im Publikum erkannte ich noch die scheinbar omnipr\u00e4senten Michael &#8222;mspro&#8220; Seemann und Stefan Herwig). 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