{"id":893,"date":"2020-10-10T16:57:00","date_gmt":"2020-10-10T14:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/zine-with-no-name.de\/zwnnblog\/?p=893"},"modified":"2020-10-11T21:47:01","modified_gmt":"2020-10-11T19:47:01","slug":"alte-und-neue-radio-geschichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zine-with-no-name.de\/zwnnblog\/alte-und-neue-radio-geschichten\/","title":{"rendered":"Alte und neue Radio-Geschichten"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"50\" src=\"https:\/\/zine-with-no-name.de\/zwnnblog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/radio-geschichten-ueberschrift.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1057\" srcset=\"https:\/\/zine-with-no-name.de\/zwnnblog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/radio-geschichten-ueberschrift.png 800w, https:\/\/zine-with-no-name.de\/zwnnblog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/radio-geschichten-ueberschrift-300x19.png 300w, https:\/\/zine-with-no-name.de\/zwnnblog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/radio-geschichten-ueberschrift-768x48.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#dfdfdf\">Das Radio: F\u00fcr die um die Jahrtausendwende Geborenen ist dies m\u00f6glicherweise ein abstrakter Begriff f\u00fcr alles, was an reiner Toninformation \u00fcber das Internet verbreitet wird. \u201eRadiostationen\u201c oder \u201eSender\u201c, Begrifflichkeiten aus dem Analogzeitalter, stehen in un\u00fcberschaubarer Anzahl zur Verf\u00fcgung und sind nicht mehr von Sendeleistung abh\u00e4ngig, k\u00f6nnen also \u00fcberall empfangen werden.<br>Was fr\u00fcher nur auf Kassette f\u00fcr das pers\u00f6nliche Archiv bewahrt werden konnte, steht nun in Mediatheken als Podcast f\u00fcr alle zum Download bereit. Dass etwas nur in dem Augenblick stattfindet, in dem es gesendet wird, und danach einfach weg ist, ist heute ein ungewohntes Konzept. Oder das Gef\u00fchl, dass der Moderator jetzt gerade zu einem selbst spricht, und je sp\u00e4ter die Nacht, umso n\u00e4her kam man dieser Wirklichkeit. Ebenso verschwunden sind das leise Hintergrundrauschen beim H\u00f6ren oder die Ger\u00e4uschfetzen beim Wechseln des Senders, wenn man dies noch mit einem Drehknopf machte.<br>Das Musik-Radio gibt es immer noch: Im \u00f6ffentlich-rechtlichen Dudelfunk, bei spezialisierten Programmen, die den ganzen Tag Jazz, Classic-Rock, Elektro oder was auch immer spielen (beides teilweise von Algorithmen erstellt), oder bei Sendern und Programmbestandteilen, die moderiert sind, ihre Auswahl kommentieren und sie mit Hintergrundinformationen in einen Kontext stellen oder die Musiker dazu interviewen.<br>Es gibt die Streaming-Dienste, die die \u201eKuratierung\u201c des Programms v\u00f6llig in die H\u00e4nde des H\u00f6rers legen oder es erm\u00f6glichen, auf die Playlisten anderer H\u00f6rer zuzugreifen, und dabei die eigenen H\u00f6rgewohnheiten ber\u00fccksichtigen \u2013 oder negativ ausgedr\u00fcckt: Andersartiges unter den Tisch fallen lassen.<br>Und es gibt die Podcasts zu allen m\u00f6glichen und unm\u00f6glichen Themen entweder als Bestandteil der Mediatheken der gro\u00dfen Anbieter oder als Projekte von oft unabh\u00e4ngigen Enthusiasten, die vielleicht das darstellen, was einem \u201eAudio-Fanzine\u201c am n\u00e4chsten kommt.<br>Wir haben Menschen aus der Redaktion des ZWNN und aus dessen Umfeld zu ihren ganz pers\u00f6nlichen \u201eRadio-Geschichten\u201c befragt \u2013 wohl wissend, dass sie der Generation der in den sp\u00e4ten 60er- bis Mitte der 70er-Jahre Geborenen angeh\u00f6ren und somit ihre Radio-Sozialisation noch mit UKW erfuhren (oder gar noch mit Mittelwelle Sender wie AFN \u2013 wer\u2018s nicht kennt, googelt es \u2013 h\u00f6rten?). Wie haben sie das Radio entdeckt, wie nutzen sie es heute, wie sieht die Zukunft aus?<br><br>Zum virtuellen Plausch \u00fcber das Medium Radio versammelten sich: <strong>Martin<\/strong> (Herausgeber des ZWNN), <strong>Stefan<\/strong> (Herbstmusik-Spezialist mit dubiosen musikalischen Neigungen), <strong>Klaus<\/strong> (fr\u00e4nkischer Altrocker), <strong>Dirk<\/strong> (Angeh\u00f6riger des Trust-Fanatikerzirkels im ZWNN), <strong>Burkhard<\/strong> (Fear-of-God- und Kari-Bremnes-Koryph\u00e4e), <strong>Falko<\/strong> (ZWNN-Rundfunkbeauftragter) und <strong>Mardou<\/strong> (literarische Geheimagentin).<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"#1\" data-type=\"internal\" data-id=\"#1\">Was war dein erstes bewusstes Radio-Erlebnis?<\/a><\/strong><br><strong><a href=\"#2\" data-type=\"internal\" data-id=\"#2\">Gibt es eine Radio-Sendung, die dich musikalisch oder auch \u00fcber die Musik hinaus gepr\u00e4gt hat?<\/a><\/strong><br><strong><a href=\"#3\" data-type=\"internal\" data-id=\"#3\">Habt Ihr die Sendung in besonderer Weise mit den Moderatorinnen und Moderatoren in Verbindung gebracht oder sogar wegen ihnen geh\u00f6rt?<\/a><\/strong><br><strong><a href=\"#3a\">Wei\u00dft du noch, womit und wann du sie immer geh\u00f6rt hast?<\/a><\/strong><br><strong><a href=\"#4\" data-type=\"internal\" data-id=\"#4\">Was hast du zuletzt im Radio \u2013 klassisch oder im Netz \u2013 geh\u00f6rt?<\/a><\/strong><br><strong><a href=\"#5\">Gibt es heute noch Radio-Sendungen, die du regelm\u00e4\u00dfig \u201elive\u201c h\u00f6rst, klassisch am Radioger\u00e4t oder als Stream? Nimmst du dir dann bewusst Zeit daf\u00fcr?<\/a><\/strong><br><strong><a href=\"#6\" data-type=\"internal\" data-id=\"#6\">In welche Radiosendungen oder Podcasts sollte man mal reinh\u00f6ren und warum?<\/a><\/strong><br><strong><a href=\"#7\" data-type=\"internal\" data-id=\"#7\">H\u00f6rspiele im Radio, war oder ist das f\u00fcr dich ein Thema?<\/a><\/strong><br><strong><a href=\"#8\" data-type=\"internal\" data-id=\"#8\">Warst du selbst schon einmal im Radio oder hast du selber Radio gemacht?<\/a><\/strong><br><strong><a href=\"#9\" data-type=\"internal\" data-id=\"#9\">Was war deine Motivation, selbst aktiv zu werden? Hast du vielleicht auch ein paar sch\u00f6ne Anekdoten oder legend\u00e4re Pannen f\u00fcr uns auf Lager?<\/a><\/strong><br><strong><a href=\"#10\" data-type=\"internal\" data-id=\"#10\">Wenn du eine Radio-Sendung machen d\u00fcrftest, wie w\u00fcrde sie aussehen?<\/a><\/strong><br><strong><a href=\"#11\" data-type=\"internal\" data-id=\"#11\">Ist Radio f\u00fcr dich heute noch relevant, um neue Musik zu entdecken?<\/a><\/strong><br><a href=\"#12\" data-type=\"internal\" data-id=\"#12\"><strong>Darf gutes Radio etwas kosten, von den Rundfunkgeb\u00fchren abgesehen? Unterst\u00fctzt du gar Radiosender oder Podcasts<\/strong>?<\/a><br><a href=\"#links\" data-type=\"internal\" data-id=\"#links\"><strong>Links<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-medium-font-size\" style=\"background-color:#dfdfdf\"><em><strong>&#8222;Radio, mein Radio<br>Ich lass mich in den \u00c4ther saugen<br>Meine Ohren werden Augen<br>Radio, mein Radio<br>So h\u00f6re ich, was ich nicht seh&#8216;<br>Stille heimlich fernes Weh&#8220;<\/strong><br>Rammstein &#8211; Radio<\/em><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-black-color has-text-color wp-block-heading\"><br><strong>Was war dein erstes bewusstes Radio-Erlebnis?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Klaus: <\/strong>Eine meiner fr\u00fchesten Radio-Erinnerungen ist eher unmusikalischer Natur: Ich entsinne mich noch gut, wie mein Vater als leidenschaftlicher \u201eGlubberer\u201c samstags nach der Gartenarbeit p\u00fcnktlich um 16 Uhr <strong>Bayern 1<\/strong> einzuschalten pflegte, um bei <strong>\u201eHeute im Stadion\u201c<\/strong> die Bundesligaspiele seines hei\u00dfgeliebten Vereins mitzuverfolgen. Der Apfel f\u00e4llt ja bekanntlich nicht weit vom Stamm, und so war es nur eine Frage der Zeit, bis auch ich dem Nimbus der \u201eRuhmreichen\u201c verfiel und ebenfalls vor dem Radio mitfieberte. Damals war der 1. FCN ja auch noch eine andere Hausnummer und zumindest auf nationaler Ebene durchaus noch konkurrenzf\u00e4hig. Etwa zu dieser Zeit begann ich mich auch f\u00fcr Musik abseits der Schallplattensammlung meiner Eltern zu interessieren und da war es nat\u00fcrlich Pflicht, freitags um 18 Uhr die <strong>\u201eSchlager der Woche\u201c<\/strong> auf <strong>Bayern 3<\/strong> einzuschalten. Irgendwann kam dann ein eigener Radiorekorder ins Kinderzimmer und die Funktionsweise der Tastenkombination \u201ePlay\/Rec.\/Pause\u201c war rasch ergr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin:<\/strong> Das muss so mit f\u00fcnf oder sechs Jahren gewesen sein: Der <a href=\"http:\/\/web.ard.de\/ard-chronik\/index\/4794?year=1974\"><strong>\u201eSonntagswecker\u201c<\/strong><\/a> im <strong>Bayerischen Rundfunk<\/strong>, welcher um halb acht morgens bei meinen Eltern im Bett mit der gesummten \u201eAhum-Ahum Ahum-Ahum\u201c-Melodie aus einem kleinen roten Transistorradio begann. Es war eine Kindersendung, aber an die genauen Inhalte kann ich mich nat\u00fcrlich nicht mehr erinnern. Nur daran, dass ich immer dar\u00fcber r\u00e4tselte, wie der Typ aussehen m\u00f6chte, der da am Anfang summt \u2013 mutma\u00dflich irgendie unheimlich.<br>Sp\u00e4ter, in den 80ern, kam man in Bayern an <strong>Thomas Gottschalk<\/strong> mit der <strong>\u201eB3-Radioshow\u201c<\/strong> (zusammen mit <strong>G\u00fcnther Jauch<\/strong>) nicht vorbei \u2013 allein schon deshalb, weil Bayern 3 der einzige Sender f\u00fcr Pop-Musik war, den man auf UKW empfangen konnte. Gottschalk sagte die Musik nicht nur an, sondern quasselte damals schon gern und hatte beim BR nach der Vorarbeit mit \u201ePop nach acht\u201c Ende der 70er wohl schon Narrenfreiheit.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Thomas Gottschalk im Interview: Seine Anf\u00e4nge beim Radio | BR Geschichte(n)\" width=\"840\" height=\"473\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/1P7BhK2J9qE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Mardou:<\/strong> In meiner Kindheit wurde viel Radio geh\u00f6rt, denn in unserem Wohnzimmer stand kein Fernseher. Es gab nur einen im Schlafzimmer meiner Eltern, wo wir auch \u00f6fter alle gemeinsam einen Film oder eine Sendung sahen. Mein Bruder und ich hatten sp\u00e4ter einen eigenen kleinen Fernseher auf einem Rollwagen, den wir uns teilten, weil ihn jeder in sein Zimmer schieben konnte. In meiner Erinnerung haben wir ihn aber nicht sehr h\u00e4ufig benutzt. So viele Sender gab es damals ja noch nicht. <strong>Drei West-Sender und zwei DDR-Sender<\/strong>, die wir als Westberliner auch empfangen haben. Also lief in der K\u00fcche das Radio und im Wohnzimmer dann meist das Radio der Stereoanlage oder Schallplatten meiner Eltern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dirk:<\/strong> Wahrscheinlich der sonnt\u00e4gliche Gottesdienst im Radio meiner Oma. Ansonsten Musik im Radio h\u00f6ren bei <strong>Mal Sondocks Hitparade<\/strong> Ende der 1970er.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Burkhard:<\/strong> Das kann ich gar nicht sagen. Als Kind habe ich es nat\u00fcrlich bewusst mitbekommen, wenn meine Eltern Musik oder auch Nachrichtensendungen im Radio geh\u00f6rt haben, aber es gibt kein konkretes \u201eerstes Mal\u201c, an das ich mich erinnern k\u00f6nnte. Irgendwann in den 70ern \u2013 vielleicht 1977 \u2013 hatten meine Schwester und ich ein \u201eeigenes\u201c \u00e4lteres Radioger\u00e4t im gemeinsamen Kinderzimmer. Das hatte neben UKW auch noch Kurzwelle, Mittelwelle und Langwelle. Irgendwann in dieser Zeit bin ich dann auch auf die ersten Musiksendungen gesto\u00dfen, die ich dann mehr oder weniger regelm\u00e4\u00dfig geh\u00f6rt habe, und zwar die <strong>\u201eSchlagerrallye\u201c<\/strong> und <strong>\u201eMal Sondocks Hitparade\u201c<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stefan:<\/strong> Das kann ich nur schwer zur\u00fcckverfolgen, weil die Erinnerungen verblasst sind, aber als Einzelereignis mit gr\u00f6\u00dferer Bedeutung k\u00f6nnte das die Nachricht von der Ermordung John Lennons im Dezember 1980 gewesen sein. Ansonsten kannte ich damals au\u00dfer Elvis und Beatles wenig Musik wirklich bewusst und hatte meinen Radio-Erstkontakt wohl \u00fcber <strong>Bayern 1 <\/strong>mit Moderatoren wie <strong>Gustl Weishappel<\/strong>, der morgens nach einem Blick auf sein <strong>\u201eFensterbankl\u201c<\/strong> die aktuelle Au\u00dfentemperatur zum Besten gab.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Mardou:<\/strong> Das Radio ist sp\u00e4ter wieder interessanter geworden. Bestimmte Musiksendungen wurden geh\u00f6rt, <strong>Songs auf Kassette aufgenommen<\/strong>, getauscht und kopiert. Die Aufnahmen waren in den meisten F\u00e4llen alles andere als perfekt, h\u00e4ufig fehlten Anf\u00e4nge oder Enden. Entweder hatte man nicht schnell genug auf Aufnahme gedr\u00fcckt, der Moderator quatschte dazwischen oder ein Jingle wurde zu fr\u00fch abgespielt. Oder die Kassette war zu fr\u00fch zu Ende. Hatte man den Sender nicht richtig reinbekommen, war alles etwas verrauscht.<br>Egal, es war wie Goldsch\u00fcrfen: manchmal bekam man gro\u00dfe und perfekte Brocken, manchmal nur Splitter. Doch auf seinem Kassettenrekorder konnte man das Lied immer wieder h\u00f6ren, zumindest den Mittelteil. Das f\u00fchlte sich toll an.<br>Als es dann irgendwann Kabelfernsehen gab, war das Radio erstmal out. Die Flut an neuen Sendern und Sendungen war deutlich spannender. Au\u00dferdem hielten seit einiger Zeit eigene Musik-Platten und sp\u00e4ter auch CDs Einzug ins Kinderzimmer, die man sich vom Taschengeld kaufte, geschenkt bekam oder von Freunden lieh. Die Auswahl an selbstaufgenommenen Kassetten wuchs, auch deren Qualit\u00e4t. Die wunderbare Zeit der <strong>Mix-Tapes<\/strong> war angebrochen. Und der Walkman schenkte einem den Luxus, seine geliebten Kassetten immer und \u00fcberall h\u00f6ren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/zine-with-no-name.de\/zwnnblog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Classic-Radio-Music-Wallpaper-HD-275_2_b.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1051\" width=\"730\" height=\"411\" srcset=\"https:\/\/zine-with-no-name.de\/zwnnblog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Classic-Radio-Music-Wallpaper-HD-275_2_b.jpg 800w, https:\/\/zine-with-no-name.de\/zwnnblog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Classic-Radio-Music-Wallpaper-HD-275_2_b-300x169.jpg 300w, https:\/\/zine-with-no-name.de\/zwnnblog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Classic-Radio-Music-Wallpaper-HD-275_2_b-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"has-black-color has-text-color wp-block-heading\"><br><strong>Gibt es eine Radio-Sendung, die dich musikalisch oder auch \u00fcber die Musik hinaus gepr\u00e4gt hat?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Falko: <\/strong>Eine Radiosendung t\u00f6tete mich: <strong>Tony Jaspers \u201eHM-Show\u201c<\/strong> auf <strong>BFBS (British Forces Broadcasting Service)<\/strong> rockte jeden Dienstagabend um 22 Uhr meine Welt. \u201eHM\u201c stand und steht f\u00fcr Heavy Metal. Ich war noch klein, ging in die f\u00fcnfte Klasse, und war schon ein totaler Freak. Kiss, AC\/DC, Scorpions und Judas Priest waren meine Erl\u00f6ser und Heilsbringer und wenn\u2019s mal ausnahmsweise kein Metal war, mussten Pink Floyd herhalten. Die Show war in englischer Sprache. Mann, das war unglaublich aufregend: Ein englischer Sender, abends um die Zeit, und der brachte tats\u00e4chlich meine Lieblingsmusik, Hammer!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dirk: <\/strong>Oh ja, musikalisch <strong>BFBS<\/strong> ab 1980: <strong>Monday Rock Show<\/strong> 21 Uhr und die <strong>HM-Show<\/strong> dienstags um 22 Uhr. Die mussten immer sein und haben mich ziemlich gepr\u00e4gt. Ab 1983 kam noch unregelm\u00e4\u00dfig <strong>Rodogans Rockers<\/strong> (Reggae) ebenfalls auf BFBS dazu. R\u00fcckblickend musste man als Nischenh\u00f6rer BFBS h\u00f6ren, Heavy Metal, Punk oder andersartiger, nicht charttr\u00e4chtiger Rock fanden damals und heute im WDR nicht statt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Falko:<\/strong> Es ging direkt nach den 22-Uhr-Nachrichten los. Die Show begann jedes Mal mit dem Gitarrenriff von Kiss\u2019 \u201eRocket Ride\u201c. Das Radio brannte, ein paar einleitende Worte von <strong>Tony Jasper<\/strong> und dann jagte ein H\u00f6hepunkt den n\u00e4chsten. Meine Seele zerbarst vor Jubel \u00fcber die neuen Bands, die ich h\u00f6rte: Riot \u2013 das schnell gespielte Schlagzeugintro zu \u201eLoanshark\u201c blies mir den Fahrtwind eines mit 270 Stundenkilometern rasenden Schnellzuges ins Gesicht. Exciter \u2013 \u201eStand up and fight\u201c \u2013 zertr\u00fcmmerten mir mit roher Brutalit\u00e4t Hammer, Amboss und Steigb\u00fcgel. Raven hatten kein Mitleid, mir mit \u201eFaster than the speed of light\u201c den Kopf zu spalten. Wie eine Kreiss\u00e4ge w\u00fctete der Song in meinem Kopf, meine Sch\u00e4deldecke zersplitterte, Blut und Hirnmasse spritzten in alle Richtungen. Es war Wahnsinn.<br>Bekannte Bands wurden bei <strong>Tony Jasper<\/strong> auch gespielt: Led Zeppelin, Deep Purple, Mot\u00f6rhead oder Van Halen. Ich genoss es, neue Songs von bekannten Bands zu h\u00f6ren. Ich schnitt alles auf Kassette mit. Jahrelange Suche nach dem verlockendsten glitzernden Schatz, den man sich vorstellen kann, und diesen nun endlich gefunden zu haben, versetzte mich in einen Rausch der Begierde und Habgier nach mehr, immer noch mehr. W\u00e4hrend jeder Anmoderation f\u00fcr den n\u00e4chsten Titel lagen meine Finger weit gespreizt auf den Aufnahme- und Playtasten des Kassettenrekorders, um nicht auch nur eine tausendstel Lichtsekunde des n\u00e4chsten Songs zu verpassen. Die schwerg\u00e4ngigen Tasten mussten niedergerungen werden, um punktgenau die Aufnahmefunktion des primitiven Ger\u00e4ts zu aktivieren. Der Schnitt sollte perfekt sitzen, um nicht noch die letzten Worte des Moderators als st\u00f6rendes Signal mit aufzunehmen. Das war 1982.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin: <\/strong>Die <strong>\u201eSchlager der Woche\u201c<\/strong> freitagabends (wenn ich mit recht erinnere, mit dem Beginn von \u201eOur Darkness\u201c von Anne Clark als Jingle), die Klaus erw\u00e4hnt hat, waren nat\u00fcrlich Pflichtprogramm. Dazu kam in den sp\u00e4ten 80ern <strong>\u201eAus meiner Rocktasche\u201c<\/strong>, moderiert von <strong>Georg Kostya<\/strong>, der auch <strong>\u201eThe Beat Goes On\u201c<\/strong> zusammen mit <strong>Julia Edenhofer<\/strong> machte. Kostyas Sendung war quasi ein Grundlagenkurs in Rockmusik, da hier bekannte und weniger bekannte Songs aus den 50er bis 70er Jahren gespielt wurden. Die Beatles (entdeckte ich hier richtig), Bob Dylan, Creedence Clearwater Revival \u2013 also Musik, die heute nur noch in Spartensendern gespielt wird.<br>Georg Kostya erf\u00fcllte auch H\u00f6rerw\u00fcnsche, die per Postkarte an den Bayerischen Rundfunk geschickt wurden. Und tats\u00e4chlich war ich zweimal dabei: einmal mit \u201eKnockin\u2019 On Heaven\u2019s Door\u201c von Dylan (das Cover von Guns n\u2019 Roses gab\u2019s Ende der 80er noch nicht) und mit \u201eAmerican Pie\u201c von Don McLean (in der langen Fassung gew\u00fcnscht und gespielt), welches ich damals wahnsinnig melancholisch fand. Georg Kostya ist 2011 gestorben, Julia Edenhofer im Dezember 2018.<br>Metal und extreme Kl\u00e4nge musste man in Bayern suchen, aber immerhin gab es auf <strong>Bayern 2<\/strong> im <strong>\u201eZ\u00fcndfunk\u201c<\/strong> einmal pro Woche eine Sendung etwa um 17 Uhr, recht krasses Zeug von Kreator \u00fcber Death bis zu Morbid Angel in den \u00c4ther gesp\u00fclt. Stefan m\u00fcsste sich noch an den Namen der Sendung und die Moderatoren erinnern; ich bin sicher, dass Maximilian Sch\u00f6nherr dabei war (<em>der gute Max war seit den Achtzigern mit Krach und Computerthemen im Z\u00fcndfunk aktiv, heute arbeitet er unter anderem f\u00fcr den Deutschlandfunk, den WDR sowie als Autor und Fotograf \u2013 Stefan<\/em>). Gerne wurden die Texte analysiert und \u00fcbersetzt rezitiert, z. B. \u201eGenetic Reconstruction\u201c von Death, womit man dem Bildungsauftrag des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks nachkam. Wenn man in den 90er-Jahren in Bayern Innovatives und Progressives h\u00f6ren wollte, blieb einem nur der <strong>\u201eZ\u00fcndfunk\u201c<\/strong>, den es immer noch gibt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klaus:<\/strong> Meine eigentliche \u201eradiologische Entjungferung\u201c erfolgte irgendwann 1979: Eher zuf\u00e4llig schaltete ich eines Abends das Radio ein und erlebte ein Riffgewitter erster G\u00fcte! Derartige Kl\u00e4nge waren bis dahin noch nicht an meine Ohren gedrungen, die gerade erst den zaghaften Wandel vom ABBA- zum Status-Quo-Fan zu verkraften hatten \u2026 und dann so etwas! Wie sich herausstellen sollte, handelte es sich um eine Band namens AC\/DC. Deren Song \u201eRiff Raff\u201c in der damals aktuellen Liveversion vom \u201eIf you want Blood\u201c-Album wurde von einem sympathischen, lockeren, jungen Typen aufgelegt, dessen Sendung <strong>\u201ePop nach acht\u201c<\/strong> ich ab diesem Zeitpunkt selbstverst\u00e4ndlich regelm\u00e4\u00dfig h\u00f6ren musste.<br><strong>Thomas Gottschalk<\/strong> sollte mich nicht entt\u00e4uschen: Er spielte v\u00f6llig unkonventionelles Zeug wie z. B. die eher unpopul\u00e4ren St\u00fccke von Queen, Led Zeppelin &amp; Co. oder die gerade aufstrebenden jungen Bands wie Demon, Vardis, Y&amp;T, Santers oder New England, die ich ohne ihn vielleicht nie kennengelernt h\u00e4tte. Er lud Bands zu Interviews in die Sendung ein und pr\u00e4sentierte sp\u00e4ter im Rahmen seiner Show sogar Livekonzerte. Ian Gillans Soloband Gillan war ein wahres Highlight in diesem Zusammenhang! Legend\u00e4r auch Gottschalks Versprecher beim Interview mit Thin Lizzy, als er Phil Lynott mit \u201eThin Lynott\u201c ansprach \u2026 Ich habe damals zig Tapes mitgeschnitten, die mich zu allen m\u00f6glichen langweiligen Familienfeiern begleiteten, wo ich mich dann mit dem Kassettenrekorder in eine abgelegene Ecke verdr\u00fcckte \u2013 und die ich selbstverst\u00e4ndlich auch heute noch besitze.<br>Etwa ab Mitte der Achtziger verlor das Radio dank rasch gewachsener eigener Schallplattensammlung und der fr\u00fchen Freuden des juvenilen Daseins aber so nach und nach an Bedeutung. So richtig bewusst nahm ich <strong>Gottschalk<\/strong> erst wieder zu Studienzeiten wahr, als er zusammen mit <strong>G\u00fcnther Jauch<\/strong> die <strong>\u201eBR Radioshow\u201c<\/strong> im Nachmittagsprogramm moderierte, in der sich die beiden die B\u00e4lle auf witzige und bisweilen geradezu geniale Art nur so zuspielten. Anl\u00e4sslich des 40. Jub<strong>i<\/strong>l\u00e4ums von <strong>\u201ePop nach acht\u201c<\/strong> erschien \u00fcbrigens vor zwei Jahren ein recht lesenswerter Artikel im <a href=\"https:\/\/www.donaukurier.de\/themen\/blog\/abgebloggt\/Der-Mann-der-das-Radio-neu-erfand;art168023,3440588\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ingolst\u00e4dter Donaukurier<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Burkhard:<\/strong> Auch wenn es einige Musiksendungen gab, die ich \u00fcber Jahre mehr oder weniger regelm\u00e4\u00dfig geh\u00f6rt habe, w\u00fcrde ich nicht sagen, dass sie mich musikalisch (oder gar dar\u00fcber hinaus) \u201egepr\u00e4gt\u201c haben. Zumindest nicht in dem Sinne, dass sie entscheidenden Einfluss darauf gehabt h\u00e4tten, welche Platten ich mir gekauft habe, abgesehen vielleicht von einer Ausnahme. Nachdem ich 1984 zun\u00e4chst durch die \u201eLive From Earth\u201c von Pat Benatar und dann durch Lita Fords \u201eDancin\u2019 on the Edge\u201c Gefallen an h\u00e4rterer Musik gefunden hatte, muss ich irgendwann im Herbst 1984 auf die <strong>\u201eMonday Rock Show\u201c<\/strong> auf <strong>BFBS<\/strong> gesto\u00dfen sein. Auf diesem Sender, den ich problemlos \u00fcber UKW ohne nerviges Rauschen empfangen konnte, hatte ich schon seit Anfang der 80er w\u00f6chentlich die Sendung mit den englischen Charts geh\u00f6rt. Wann genau und auf welche Weise ich auf die \u201eMonday Rock Show\u201c gesto\u00dfen bin, kann ich nicht mehr sagen. Ich bin mir jedenfalls ziemlich sicher, dass es diese Sendung war, in der ich an einem Montagabend irgendwann im Herbst 1984 erstmals Metallicas \u201eFight Fire with Fire\u201c geh\u00f6rt habe, was f\u00fcr mich einer musikalischen Offenbarung gleichkam. Ich habe mir daraufhin Weihnachten 1984 die \u201eRide the Lightning\u201c schenken lassen und diese mehr als ein Jahr lang (gef\u00fchlt) nahezu t\u00e4glich mit Begeisterung geh\u00f6rt. Leider habe ich damals noch keine Strichliste gef\u00fchrt, sodass mir genauere Angaben hierzu nicht m\u00f6glich sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klaus:<\/strong> W\u00e4hrend der Examensvorbereitung entdeckte ich \u2013 ebenfalls auf <strong>Bayern 3<\/strong> \u2013 die <strong>\u201eARD Popnacht\u201c<\/strong> mit <strong>Bea Reszat<\/strong>, die sich als angenehme, unaufdringliche Untermalung beim n\u00e4chtlichen B\u00fcffeln erweisen sollte. Die samst\u00e4gliche <strong>\u201eHeute im Stadion\u201c<\/strong>-Routine wurde inzwischen durch die nachmittags um drei beginnende <strong>Metalsendung<\/strong> des Ostsenders <strong>DT 64<\/strong> eingeleitet. Bayreuth lag ja im ehemaligen Grenzland und somit hatte man einen einwandfreien Empfang dieser vorz\u00fcglichen Sendung, die sich h\u00e4rtetechnisch immer mehr steigerte und selbst Kaliber wie Slayer und Konsorten featurete (neben der einen oder anderen Ostband wie Formel I oder Plattform, versteht sich).<br>Zur\u00fcck in heimatlichen Gefilden fiel zuallererst die dank der inzwischen aufgekommenen Privatsender v\u00f6llig ver\u00e4nderte Rundfunklandschaft im Gro\u00dfraum N\u00fcrnberg auf. Aufgrund der st\u00e4ndig wechselnden Besitzverh\u00e4ltnisse konnte man sich nie allzu lange darauf verlassen, welcher Sender denn nun f\u00fcr die h\u00e4rteren Kl\u00e4nge zust\u00e4ndig war. Mal war es <strong>Gong<\/strong>, dann wieder <strong>N1<\/strong>, und selbst das aus einer Kneipe in Erlangen sendende <strong>Radio Downtown <\/strong>kapitulierte irgendwann einmal vor kommerziellen Interessen! Abgerundet wurde dieses Chaos der Rundfunkfrequenzen durch eine etwas bizarre Art der \u201eArbeitsteilung\u201c mit meiner im selben Zimmer arbeitenden \u00e4lteren Kollegin: vormittags Schlager und Volkst\u00fcmliches von <strong>Radio F<\/strong>, ab dem Nachmittag dann Rock von wem auch immer \u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Burkhard: <\/strong>Einige Zeit sp\u00e4ter habe ich entdeckt, dass es auf <strong>BFBS <\/strong>neben der <strong>\u201eMonday Rock Show\u201c<\/strong> auch noch die <strong>\u201eHM Show\u201c<\/strong> gab. Beide Sendungen habe ich h\u00e4ufig geh\u00f6rt und auch schon mal (teilweise) auf Kassette aufgenommen, diese Aufnahmen aber auch wieder regelm\u00e4\u00dfig durch neue Aufnahmen \u00fcberspielt, um nicht st\u00e4ndig neue Kassetten kaufen zu m\u00fcssen. Irgendwann 1985 gab es dann im <strong>WDR<\/strong> mit <strong>\u201eScream\u201c<\/strong> auch eine deutsche Radiosendung f\u00fcr Metalfans, die ich regelm\u00e4\u00dfig geh\u00f6rt habe.<br>Etwas sp\u00e4ter habe ich schlie\u00dflich auch noch auf dem holl\u00e4ndischen Sender <strong>Hilversum 3<\/strong>, den ich dank g\u00fcnstiger Lage ebenfalls \u00fcber UKW empfangen konnte (wenngleich auch oft mit leichtem Rauschen) und auf dem ich zuvor schon einige Jahre lang die w\u00f6chentlichen Single-Charts <strong>\u201eTros Top 50\u201c<\/strong> und <strong>\u201eTros Top 40\u201c<\/strong> verfolgt hatte, eine Metalsendung mit dem Titel <strong>\u201eVara\u2019s Vuurwerk\u201c <\/strong>entdeckt, die ich fortan regelm\u00e4\u00dfig geh\u00f6rt habe. Dort wurde auch ein Mitschnitt des Fear of God-Auftritts beim Aardschokdag-Festival 1992 gespielt, den ich mir seinerzeit auf Kassette aufgenommen habe \u2013 zum Gl\u00fcck war das vorher angek\u00fcndigt worden, sodass ich f\u00fcr die Aufnahme vorbereitet war \u2013 und von dem ich dann 1993 eine Kopie an Dawn Crosby (R.I.P.) geschickt habe (und auf ihre nachfolgende Bitte dann noch weitere Kopien, die sie f\u00fcr die Musiker von Wrathchild America haben wollte, welche sie bei jenem Auftritt begleitet hatten).<br>Was Plattenk\u00e4ufe angeht, habe ich mich allerdings nach meiner Erinnerung haupts\u00e4chlich an Rezensionen in Metalmagazinen orientiert. Abgesehen von Metallicas \u201eFight Fire with Fire\u201c bin ich mir nur in einem anderen Fall ganz sicher, dass ein im Radio gespielter Song f\u00fcr eine Kaufentscheidung ma\u00dfgeblich war, und zwar das in \u201eVara\u2019s Vuurwerk\u201c gespielte \u201ePrimitive Ways\u201c von Death, der mich seinerzeit zum Kauf des Albums \u201eLeprosy\u201c veranlasst hat. Irgendwann in der ersten H\u00e4lfte der 90er ist allerdings auch die letzte der vorgenannten Metalsendungen eingestellt worden. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mardou:<\/strong> Geboren Mitte der 70er, h\u00f6rte ich am liebsten H\u00f6rspiele auf meinem Kassettenrekorder und war eben ein <strong>klassisches Kassettenkind<\/strong>. Doch jeden Sonntagmorgen sa\u00df ich in aller Fr\u00fche vor dem Radio im Wohnzimmer. Dann lief immer eine Sendung \u00fcber den Berliner Zoo, von der ich meist nur die restlichen Minuten h\u00f6rte, weil mich das weniger interessierte, bis danach eine Kindersendung anfing, an deren Namen ich mich nicht erinnere. Ob es sich dabei um eine Lesung oder ein H\u00f6rspiel handelte, wei\u00df ich auch nicht mehr. Doch die Geschichten haben mir meistens gefallen und es war mein Radio-Highlight der Woche.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stefan:<\/strong> Mit Blick auf die Musik war das zu Anfang <strong>Georg Kostya<\/strong> mit seinen <strong>Oldie-Sendungen<\/strong>, danach <strong>Bayern 3<\/strong> mit <strong>\u201eSchlager der Woche\u201c<\/strong> und logischerweise ein Mann wie<strong> Thomas Gottschalk<\/strong>, der auch heute, bis vor einiger Zeit noch f\u00fcr den BR, wieder Radio macht. Ein gro\u00dfes Thema waren aber auch H\u00f6rspiele wie <strong>\u201eDie Grandauers und ihre Zeit\u201c<\/strong>, sp\u00e4ter unter dem Titel \u201eL\u00f6wengrube\u201c auch als TV-Serie kongenial verfilmt. Das wurde zu Hause innerhalb der Familie zeitweilig regelrecht rituell konsumiert: Sonntagnachmittag, Kaffee und Kuchen, Grandauers h\u00f6ren. Ganz hoch im Kurs (bis heute) stand auch die Fu\u00dfballsendung <strong>\u201eHeute im Stadion\u201c<\/strong> am Samstagnachmittag, die ist seit Jahrzehnten eine Konstante.<br>Sp\u00e4ter kam dann auch der <strong>\u201eZ\u00fcndfunk\u201c auf Bayern 2<\/strong> hinzu, hier vor allem die im zweiw\u00f6chentlichen Rhythmus ausgestrahlte Metal-und-Hardcore-Sendung von <strong>Maximilian Sch\u00f6nherr<\/strong> (\u201eAch Max \u2026\u201c), welcher seine halbst\u00fcndige Computersendung mit Rubriken wie \u201eJeffersons Computern\u00e4chte\u201c voranging. Da auf Bayern 3 h\u00e4rterer Stoff seinerzeit meist nur dann gesendet wurde, wenn Songs wie \u201eDr. Stein\u201c (Helloween) oder \u201eCan I play with Madness\u201c (Iron Maiden) als Single-Neuheiten einen ordentlichen Einstieg in die Charts hingelegt hatten, war Sch\u00f6nherrs Sendung f\u00fcr einen H\u00f6rer in der entlegenen Provinz eine Offenbarung, denn ansonsten hielt der BR von solchen Kl\u00e4ngen gro\u00dfen Abstand.<br>Thrash und Death Metal, Demos aus dem Untergrund und die offensichtlich so gar nicht \u201eszenetypische\u201c Pr\u00e4sentation der Sendung waren ein gro\u00dfer Einfluss, gerade weil Sch\u00f6nherr sicher kein Metalfan der \u00fcblichen Sorte war und auch skurrile Elemente wie Aufnahmen von Basketballspielern in New York, von n\u00e4chtlichen Hubschrauberger\u00e4uschen hinter seinem Haus oder Peter Alexander r\u00fcckw\u00e4rts einbaute. Das pr\u00e4gte meinen Zugang zu unterschiedlichen Musikgenres entscheidend mit: Mut zum bewussten Durcheinander.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mardou:<\/strong> Als ich mit Anfang 20 meine erste eigene Wohnung bezog, h\u00f6rte ich wieder h\u00e4ufiger Radio. Vor allem den 1993 neu gegr\u00fcndeten Sender <strong>FRITZ<\/strong>, eines der ersten medialen Ost-West-Produkte nach der Wende.<br>Zu meinen Favoriten dort geh\u00f6rten die abendlichen<strong> \u201eBlue Moon\u201c<\/strong>-Sendungen, die t\u00e4glich (au\u00dfer am Samstag) von 22 Uhr bis 1 Uhr liefen. Die Sendungen bestanden haupts\u00e4chlich aus Telefongespr\u00e4chen mit den H\u00f6rern, hin und wieder unterbrochen durch einen Song oder die Nachrichten. Jeder Wochentag hatte seinen Stamm-Moderator und jede Sendung dann ein Thema. Mein Lieblingsmoderator war <strong>J\u00fcrgen Kuttner<\/strong> (ja, der Vater von Sarah), dessen Sendung <strong>\u201eSprechfunk\u201c<\/strong> hie\u00df. Nach einer sehr langen Pause gibt es jetzt \u00fcbrigens wieder jeden Mittwoch frischen \u201eSprechfunk\u201c mit Kuttner, allerdings nun bei Radio Eins und nur etwa eine Stunde lang.<br>Sonntags gab es bei <strong>FRITZ<\/strong> am Vormittag immer den <strong>\u201eOhrenzeugen\u201c<\/strong>, eine Art interaktives H\u00f6rspiel mit den H\u00f6rern, die anrufen und live mitspielen konnten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/zine-with-no-name.de\/zwnnblog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/radio-1594819_1920.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1052\" width=\"730\" height=\"483\"\/><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"has-black-color has-text-color wp-block-heading\"><br><strong>Habt Ihr die Sendung in besonderer Weise mit den Moderatorinnen und Moderatoren in Verbindung gebracht oder sogar wegen ihnen geh\u00f6rt?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Burkhard:<\/strong> F\u00fcr mich selbst hatte es eigentlich keine Bedeutung, wer die Sendungen moderierte, wobei es in der Regel schon dieselben Personen waren. Bei den beiden Sendungen auf BFBS habe ich keine Erinnerung mehr an die Namen, w\u00e4hrend ich mich noch gut daran erinnere, dass <strong>\u201eScream\u201c<\/strong> von <strong>Volkmar Kramarz<\/strong> moderiert wurde. Ich meine, dass als Moderatorin auch gelegentlich <strong>Siba Shakib<\/strong> mitgewirkt hat, wof\u00fcr ich online aber keine Best\u00e4tigung habe finden k\u00f6nnen. Bei <strong>\u201eVara\u2019s Vuurwerk\u201c<\/strong> ist mir noch der Name <strong>Henk Westbroek<\/strong> in Erinnerung. Au\u00dferdem erinnere ich mich an <strong>Mirella Simoncini<\/strong>, die irgendwann nach der Einstellung von \u201eVara\u2019s Vuurwerk\u201c eine Metalsendung namens <strong>\u201eBad Grrrl\u201c<\/strong> hatte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dirk:<\/strong> Nein, nicht wirklich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stefan:<\/strong> Einpr\u00e4gsame Stimmen mochte ich schon immer und diese Pr\u00e4gung hat naturgem\u00e4\u00df das Radio ausgel\u00f6st. Das bezog sich allerdings nicht nur auf Moderatoren, sondern auch auf Reporter wie <strong>G\u00fcnther Koch<\/strong> in <strong>\u201eHeute im Stadion\u201c<\/strong>, wenn dieser wieder einmal an seinen \u201eGlubberern\u201c (sprich: am FCN) verzweifelte. Bei <strong>Max Sch\u00f6nherr<\/strong> war es diese Freiheit, im Genre (Metal und etwas Hardcore) einen v\u00f6llig anderen Zugang an den Tag zu legen als es ein \u201eechter\u201c Metal-Fan oder ein moderierender Journalist eines Fachmagazins wie etwa dem Metal Hammer vermutlich getan h\u00e4tte. Der verbissene Bierernst mancher Gralsh\u00fcter ging ihm ab, auch wenn er durchaus konsequent sein konnte: Als Metallica 1991 ihr nicht unumstrittenes schwarzes Album herausbrachten, wurde die markante Erkennungsmelodie von Sch\u00f6nherrs Sendung (ein Auszug aus einem 1988er \u201eAnd Justice for all\u201c-Track) durch eine Passage aus einem Coroner-St\u00fcck ersetzt. F\u00fcr die Nerds: Es war \u201eSemtex Revolution\u201c vom Album \u201eMental Vortex\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"3a\"><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-black-color has-text-color wp-block-heading\"><br><strong>Wei\u00dft du noch, womit und wann du sie immer geh\u00f6rt hast?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Burkhard: <\/strong>Die Metalsendungen habe ich \u00fcber meine eigene<strong> Stereoanlage <\/strong>geh\u00f6rt und zwar zu den jeweiligen Sendeterminen, was beim Radio ja \u2013 zumindest damals, als es noch kein Internet gab \u2013 auch gar nicht anders m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, es sei denn, irgendjemand h\u00e4tte f\u00fcr mich die Sendungen auf Kassette aufgenommen, sodass ich sie mir zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt h\u00e4tte anh\u00f6ren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dirk:<\/strong> Zuerst auf einem <strong>Grundig-Monoradio<\/strong>, an das ich meinen <strong>ITT-Mono-Kassettenrekorder<\/strong> zum Aufnehmen angeschlossen habe. Sp\u00e4ter dann (ab 14 dank des Konfirmationsertrages) wurden die neuesten Scheiben endlich in Stereo und mit echtem Tapedeck aufgenommen. Hi-Fi war Anfang der Achtziger wichtig, um die Musik in der bestm\u00f6glichen Qualit\u00e4t h\u00f6ren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stefan:<\/strong> Das Equipment war vielf\u00e4ltig: <strong>K\u00fcchenradio<\/strong> und <strong>Grundig-Anlage<\/strong> meiner Eltern, dazu die noch aus den F\u00fcnfzigern stammende <strong>\u201ePhiletta\u201c<\/strong> in der Garage, diese war gern auch parallel zu Tischtennispartien im Einsatz. Au\u00dferdem sp\u00e4ter dann auch Kassettenrekorder, eigene Anlage und das Autoradio. Geh\u00f6rt wurde zwangsl\u00e4ufig immer live, in jenem Leben vor Podcasts und Mediatheken. Das war zum Beispiel am Samstagnachmittag auf Bayern 1 \u201eHeute im Stadion\u201c (seinerzeit noch in der kurzen Ausgabe von 16 bis 17.30 Uhr) und alle zwei Wochen am Montag kurz nach 17 Uhr auf Bayern 2 Maximilian Sch\u00f6nherrs Metal-Sendung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin:<\/strong> Geh\u00f6rt habe ich die Sendungen noch mit meinem <strong>Grundig-Kofferradio<\/strong>, mit dem man auch aufnehmen konnte. Ich wei\u00df gar nicht, ob die gut 20 Kassetten aus dieser Zeit \u00fcberhaupt noch anh\u00f6rbar sind. Ab 1991 war es dann ein <strong>Denon-Receiver<\/strong>, der die Musik ins Haus brachte, Bestandteil der damals vom ersten richtigen Arbeitslohn angeschafften Stereo-Anlage. Mit diesem konnte ich nun auch die Kan\u00e4le aus dem Kabelnetz empfangen, was aber kaum zus\u00e4tzliche wirklich interessante Sender brachte. 2019 hat er sich mit einem lauten Kr\u00e4chzen verabschiedet. Jetzt empf\u00e4ngt und streamt ein <strong>Onkyo-Receiver<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"4\"><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-black-color has-text-color wp-block-heading\"><br><strong>Was hast du zuletzt im Radio \u2013 klassisch oder im Netz \u2013 geh\u00f6rt?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Burkhard: <\/strong>Gestern Abend das <strong>\u201eEcho des Tages\u201c<\/strong> auf <strong>WDR 5<\/strong>. Ganz klassisch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dirk:<\/strong> Analog \u2013 jeden Morgen \u2013 <strong>WDR 5<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stefan:<\/strong> <strong>Nachrichten auf B5 aktuell<\/strong>, dazu etwas <strong>Deutschlandfunk<\/strong> und auf <strong>\u201eDeutschlandfunk Kultur\u201c<\/strong> einen Nachruf auf Martin Birch (\u201eDer Handwerker des Heavy Metal\u201c). An bald wieder kommenden Samstagen wird au\u00dferdem nat\u00fcrlich auch die Fu\u00dfballreportage <strong>\u201eHeute im Stadion\u201c <\/strong>auf <strong>Bayern 1<\/strong> zelebriert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin:<\/strong> Seit einiger Zeit h\u00f6re ich regelm\u00e4\u00dfig <strong>\u201eradio eins\u201c vom rbb <\/strong>(Sendermoto: \u201eNur f\u00fcr Erwachsene\u201c), welches ein ziemlich breites Spektrum an Musik und Wortbeitr\u00e4gen sendet, von Jazz \u00fcber Elektro bis zu Metal. Da aus Berlin gesendet wird (und irgendwie merkt man auch die weltst\u00e4dtische Attitude), h\u00f6re ich am PC oder \u00fcber die Internetradio-Funktion der Stereoanlage.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"5\"><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-black-color has-text-color wp-block-heading\"><br><strong>Gibt es heute noch Radio-Sendungen, die du regelm\u00e4\u00dfig \u201elive\u201c h\u00f6rst, klassisch am Radioger\u00e4t oder als Stream? Nimmst du dir dann bewusst Zeit daf\u00fcr?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Burkhard: <\/strong>Das sind allenfalls Nachrichtensendungen, insbesondere das <strong>\u201eEcho des Tages\u201c auf WDR 5<\/strong>, oder aber die jeweils am Samstagnachmittag ebenfalls auf <strong>WDR 5<\/strong> ausgestrahlte Sendung <strong>\u201eUnterhaltung am Wochenende\u201c<\/strong>, in welcher Kabarettprogramme gesendet werden, entweder komplette Soloprogramme oder Programme, in denen verschiedene Kabarettisten auftreten. Die Sendungen h\u00f6re ich jeweils klassisch am Radioger\u00e4t bzw. \u00fcber meine Stereoanlage, wobei ich mir f\u00fcr die Nachrichtensendungen aber nicht bewusst Zeit nehme, sondern diese nebenbei beim Fr\u00fchst\u00fcck oder Abendessen h\u00f6re. F\u00fcr die \u201eUnterhaltung am Wochenende\u201c nehme ich mir meistens schon bewusst Zeit, allerdings h\u00e4ngt es davon ab, wer dort auftritt. Insoweit w\u00e4re es vielleicht korrekter zu sagen, dass ich diese Sendung unregelm\u00e4\u00dfig h\u00f6re.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stefan:<\/strong> Teils live mitverfolgt, teils sp\u00e4ter als Stream geh\u00f6rt wurde in der Regel die <strong>Rock-Sendung von Thomas Gottschalk auf Bayern 1<\/strong>, die meist am ersten Sonntag im Monat lief. Immerhin bemerkenswert, dass neben den g\u00e4ngigen Classic-Rock-Geschichten dort auch H\u00e4rteres wie Metallica oder Iron Maiden (\u201eThe Number of the Beast\u201c) den Weg ins Programm fand. <strong>\u201eHeute im Stadion\u201c<\/strong> h\u00f6re ich gerne live, das hat echte Tradition. Ansonsten suche ich abgesehen von aktuellen Nachrichten heute lieber das <strong>Podcast-Angebot<\/strong> diverser Rubriken nach interessanten Themen ab und ziehe mir dann gleich einen ganzen Schwung auf den Rechner.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dirk:<\/strong> Leider nein, au\u00dfer mein morgendliches <strong>WDR5<\/strong>-Programm. Die Radio-Streamer wie <strong>\u201eBellyUp4Blues\u201c<\/strong> scheinen interessant zu sein, aber oft wird da eh nur die Musik gespielt, die ich schon l\u00e4ngst kenne.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin:<\/strong> Wie gesagt: Wenn ich das Radio anmache, l\u00e4uft<strong> \u201eradio eins\u201c<\/strong> oder <strong>\u201eBayern 2\u201c <\/strong>oder der<strong> \u201eDeutschlandfunk\u201c<\/strong>. Bei \u201eradio eins\u201c habe ich auch ungef\u00e4hr das Sendeschema im Kopf \u2013 mal sehen, vielleicht stellt sich doch noch ein heimeliges Gef\u00fchl ein. Bewusst oder geplant aber eher selten, wie ich mich in den letzten Jahren \u00fcberhaupt vom linearen Fernsehen oder Radio entfernt habe. Wenn\u2018s grad passt, h\u00f6re ich momentan <strong>\u201eLaut &amp; Kantig\u201c<\/strong> mit <strong>Christiane Falk<\/strong> Montagabend oder <strong>\u201eDie Blaue Stunde\u201c<\/strong> mit <strong>Serdar Somuncu<\/strong> am Sonntagnachmittag, jeweils auf \u201eradio eins\u201c &#8211; kann man auch ein paar Tage danach noch nachh\u00f6ren.<br>Ich k\u00f6nnte nun echte Kennerschaft beweisen, wenn ich sagen w\u00fcrde, dass ich regelm\u00e4\u00dfig <strong>fm4<\/strong>, insbesondere<strong> &#8222;Im Sumpf&#8220;<\/strong>, von den <strong>\u00f6sterreichischen Nachbarn<\/strong> h\u00f6re, welches zeitweise sogar mit Dachantenne zu empfangen war. Aber nein, bisher nicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klaus:<\/strong> Etwa ab der Jahrtausendwende wurde ich \u00fcber unser Veranstaltungsbl\u00e4ttchen Rock City News auf den Sender <strong>Rockin\u00b4 Radio <\/strong>aufmerksam (beide waren aus der Anfang der Neunziger gestarteten \u201eRockin\u2019 Radio\u201c-Initiative entstanden), der von Freitag bis Sonntag ab dem fr\u00fchen Abend bis Mitternacht ein sehr abwechslungsreiches und ausgewogenes Rockspektrum von Prog bis Krawall abdeckte und der auch ein gewisses Augenmerk auf regionale Bands legte, von dem auch meine ehemalige Band Fading Haze gerade in den fr\u00fchen Jahren ordentlich profitieren konnte (thx! to Andrea Walter und Edda Lang!). Seit einigen Jahren sendet auch Rockin\u2019 Radio \u00fcbrigens aus einer N\u00fcrnberger Kneipe \u2026<\/p>\n\n\n\n<p id=\"6\"><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Rush - The Spirit Of Radio\" width=\"840\" height=\"473\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/g_QtO0Rhp0w?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"has-black-color has-text-color wp-block-heading\"><br><strong>In welche Radiosendungen oder Podcasts sollte man mal reinh\u00f6ren und warum?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Klaus: <\/strong>Inzwischen hat sich das Thema Radio dank eines gewachsenen Ruhebed\u00fcrfnisses meinerseits und einer enorm umfangreichen heimischen Musiksammlung doch ziemlich relativiert. Die Rock-Vormachtstellung in und um N\u00fcrnberg liegt nun wieder bei <strong>Radio Gong<\/strong>, deren eher mainstreamiges Tagesprogramm ich mir aber nur noch selten reinziehe. Die meisten Radiomoderatoren sind heutzutage leider nicht viel mehr als selbstverliebte Dampfplauderer. Eine r\u00fchmliche Ausnahme bildet hier allerdings <strong>Danny Keck<\/strong>: Was dieser junge Bursche an musikalischem Sachverstand, besonders f\u00fcr die alten Metalsachen, am Start hat, ringt mir allerh\u00f6chsten Respekt ab! Man merkt ihm f\u00f6rmlich an, wie er diese Einstellung auch lebt! Wenn also Gong l\u00e4uft, dann die samstagabendliche Metalsendung mit ihm oder \u2013 quasi im Vorprogramm \u2013 das von Dee Snyder (Ex-Twisted Sister) moderierte US-Special <strong>\u201eHouse of Hair\u201c<\/strong>, das f\u00fcr nostalgisch verkl\u00e4rte, ewiggestrige Altrocker wie mich Musik vom Feinsten bietet!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stefan:<\/strong> Im Netz kann ich den YouTube-Kanal von <strong>KEXP<\/strong> aus Seattle empfehlen: Indie-Rock mit Live-im-Studio-Konzerten, unpr\u00e4tenti\u00f6s gemacht und ansprechende Musikauswahl. Eine ganz andere Baustelle ist auf <strong>Bayern 2 \u201eJazz und Politik\u201c<\/strong>: Die Sendung widmet sich einem bestimmten Thema, zu dem dann zwischen den Musikst\u00fccken essayistische Kurzbeitr\u00e4ge gesendet werden. H\u00f6renswert finde ich auch <strong>Podcasts mit Interviews<\/strong> und themenbezogenen Specials wie im <strong>\u201eZ\u00fcndfunk\u201c<\/strong>, leider aus nicht selten traurigem Anlass (in diesem Jahr der Tod von Florian Schneider oder Gabi Delgado).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dirk:<\/strong> Da muss ich passen.<br><br><strong>Martin:<\/strong> Zum zielgerichteten Radioh\u00f6ren h\u00f6re ich <strong>Podcasts<\/strong>. Die \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender haben ihre Sendungen nun in der <strong>ARD-Audiothek<\/strong> geb\u00fcndelt, die ich recht \u00fcbersichtlich finde. Regelm\u00e4\u00dfig h\u00f6re ich den <strong>\u201eBahnhofskino\u201c-Podcast <\/strong>mit zwei Filmwissenschaftlern, beide noch aus der Videokassetten-Generation, die zugleich Fans der Klassiker und Phantastik-Filme sind, die sie besprechen.<br><strong>\u201eKack- &amp; Sachgeschichten\u201c<\/strong> dreht sich auch um Filme und beleuchtet die wissenschaftlichen Hintergr\u00fcnde (\u201eBekannt f\u00fcr \u00fcberdrehte, oft augenzwinkernde Analysen der Popkultur und des Nerdversums\u201c lautet die Eigendarstellung). Das <strong>Podcast-Label \u201eViertausendhertz\u201c<\/strong> produziert Interviews mit allen m\u00f6glichen interessanten Menschen, unter anderem mit Mille Petrozza von Kreator. Ein Interview mit der Radio-Journalistin <strong>Marion Brasch<\/strong>, welche schon beim DDR-Radio DT64 aktiv war, hat mir die Idee f\u00fcr diese \u201eRadio-Geschichten\u201c gegeben.<br>Das Sch\u00f6ne an den Podcasts ist, dass sie oft untereinander vernetzt sind, etwa so, wie das fr\u00fcher bei den Fanzines der Fall war, und man dadurch auf weitere Podcasts aufmerksam wird. Ein Geheimtip ist die <strong>\u201eTurkey Thru The Corn Radio Show\u201c<\/strong>. In den Genuss dieser Sendung kommt man jedoch nur mit speziellen Geheimkenntnissen, um sie hinter den \u201eDoors of Perception\u201c zu ersp\u00e4hen. Dann wird man mit einer eklektischen Mischung aus Blues, Rock, Soul &amp; Garage belohnt.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"7\"><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-black-color has-text-color wp-block-heading\"><br><strong>H\u00f6rspiele im Radio, war oder ist das f\u00fcr dich ein Thema?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Stefan:<\/strong> Fr\u00fcher schon, wenn ich an die <strong>\u201eGrandauers\u201c<\/strong> zur\u00fcckdenke. Heute habe ich allerdings kaum mehr Zeit dazu und das Interesse ist auch nicht allzu hoch. Es gibt als Konkurrenz vor allem zu viele Filme und einen Berg an Musik, beides will ja auch \u201eabgearbeitet\u201c werden.<br><br><strong>Burkhard:<\/strong> Nein, nie.<br><br><strong>Mardou:<\/strong> Bis bei mir ein ernsthafteres Interesse f\u00fcr Musik erwachte, war das Radio ansonsten haupts\u00e4chlich eine Hintergrundbeschallung, die ich mal mehr, mal weniger wahrnahm. H\u00f6rspiele haben mich mehr interessiert. Die st\u00e4rkste Erinnerung habe ich an die H\u00f6rspiel-Reihe des Senders <strong>RIAS Berlin \u201eDamals war\u2019s \u2013 Geschichten aus dem alten Berlin\u201c<\/strong>, dort besonders an die Serie<strong> \u201e\u00c4pfel in Nachbars Garten\u201c<\/strong> von <strong>Werner E. Hintz<\/strong>. Die hatte die ganze Familie geh\u00f6rt und mein Bruder hatte die Folgen f\u00fcr uns auf Kassette aufgenommen.<br><br><strong>Martin:<\/strong> Eine ganz fr\u00fche eindringliche Erinnerung ist das H\u00f6rspiel zur <strong>\u201eUnendlichen Geschichte\u201c <\/strong>mit der Musik von Frank Duval, das muss bei der Erstausstrahlung 1981 gewesen sein. Etwa zehn Jahre sp\u00e4ter kam dann in Folgen mit je einer halben Stunde das erste H\u00f6rspiel zum <strong>\u201eHerrn der Ringe\u201c<\/strong> (mit der Zeitschaltuhr aufgenommen, wenn im Zivildienst Nachmittagsschicht war)  Heute schaue ich hin und wieder, was es auf <strong>\u201e1live\u201c<\/strong> an Thrillern gibt oder an teils ziemlich schlockigen Horror-Geschichten. Hier findet man immer wieder auch mal Sachen, die <strong>J\u00f6rg Buttgereit<\/strong> im Spannungsfeld zwischen Kunst und Total-Trash produziert hat.<br><br><strong>Dirk:<\/strong> H\u00f6rspiele gab es im <strong>WDR <\/strong>fr\u00fcher immer <strong>Samstag nachmittags<\/strong> \u2013 <strong>Krimis<\/strong>, immer gerne nach der Schule geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-medium-font-size\" style=\"background-color:#dfdfdf\"><em><strong>&#8222;I&#8217;m on a Mexican radio<br>I&#8217;m on a Mexican (whoa) radio<br>I&#8217;m on a Mexican radio<br>I&#8217;m on a Mexican (whoa) radio&#8220;<\/strong><br>Wall of Voodoo \u2013 Mexican Radio<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-black-color has-text-color wp-block-heading\"><br><strong>Warst du selbst schon einmal im Radio oder hast du selber Radio gemacht?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Falko: <\/strong>Ich produzierte meine eigene Radioshow, die <strong>\u201eTurkey Thru The Corn Radio Show\u201c<\/strong>, 35 Jahre nach der \u201eHM-Show\u201c \u2013 um genau zu sein, war es eher eine Art Podcast. Ich wollte es machen wie Tony Jasper: Ein geiles Intro, Musik bekannter wie unbekannter Bands, und gut unterhalten. Mehr als um HM ging es um den Blues, den Ursprung in der Rock\u2019n\u2019 Roll- und Rockmusik, den Weg zum Punk, zu Independent, Reggae, Soul oder sogar zu Elektro-Pop. Alles basierte f\u00fcr mich letztendlich auf dem Blues. Das war das Konzept.<br><br><strong>Stefan:<\/strong> Aus gutem Grund nicht, weil ich das einfach nicht kann \u2013 zumindest so, wie ich es f\u00fcr angemessen halte. Ich w\u00fcrde auch keinem raten, mich in die N\u00e4he eines Mikrofons zu lassen oder mich f\u00fcr eine Band gewinnen zu wollen \u2013 das wird garantiert nichts. Meine eigentliche Passion war immer das Schreiben, aktives Radiomachen dagegen war nie mein Interesse (und eine Begabung meinerseits w\u00e4re es mit Sicherheit auch nicht gewesen). Das redaktionelle Zusammenstellen einer Sendung jedoch w\u00e4re eine andere Baustelle, das k\u00f6nnte durchaus ziemlich spannend ausfallen.<br><br><strong>Martin:<\/strong> Wie oben erw\u00e4hnt, war ich als<strong> \u201eH\u00f6rerwunsch\u201c bei Georg Kostya<\/strong>. 2008 trat ich indirekt im Radio in Erscheinung, als <strong>\u201eRadio Dunkle Welle\u201c<\/strong> angefragt hatte, ob sie meinen <strong>Joy-Divison-Text<\/strong> aus dem ZWNN f\u00fcr ein langes Special zu der Band verwenden d\u00fcrfen. Ich wei\u00df nicht, ob die Sendung mehr als einmal im Internet gestreamt wurde, aber ich habe sie noch als Datei.<br><br><strong>Mardou:<\/strong> In der Schulzeit, so mit 13 Jahren, war ich zwei Mal als <strong>Gast<\/strong> in einer Sendung des <strong>SFB (Sender Freies Berlin) <\/strong>zu h\u00f6ren. Einmal las ich dort eine Kurzgeschichte von mir vor, beim zweiten Mal war es ein Interview zu irgendeinem Sch\u00fcler-\/Teenager-Thema. Den Kontakt hatte meine Deutschlehrerin vermittelt.<br><br><strong>Falko: <\/strong>Woher kam der Wunsch, eine eigene Sendung zu machen? Ich merkte im Laufe der Jahre mehr und mehr, dass mich all das Szenegehabe, sei es im Heavy Metal, Punk, Blues oder was es sonst auch immer geben mag, zunehmend nervte. Immer dieses Getue mit der wahren Lehre, dieses und jenes sei Verrat an der Sache oder an der Idee. Wie Musiker sich kleideten, welche Instrumente sie nutzten, in welcher Stimmung sie spielten, welche Tattoos und Frisuren sie hatten, wie kommerziell sie geworden seien oder was auch immer an den Haaren herbeigezogen wurde, um Bands schei\u00dfe zu finden.<br>Ich finde das okay, wenn die einen immer \u201eMotherfucker\u201c ins Mikrofon br\u00fcllen und die anderen immer von sich als wahre Metal-Keeper reden. Derartige Rituale von Bands bedienen das Image einer Band und Klischees geh\u00f6ren nun mal dazu \u2013 aber muss man das als Fan alles ernst nehmen? Muss daraus eine Lebenseinstellung abgeleitet werden? Mich nervte auch die musikalische Eingeschr\u00e4nktheit einiger Leute. Nein, lasst es mich genauer sagen: Mich nervte die Ignoranz von Musikfans gegen\u00fcber allem anderen, was nicht aus ihrer Szene kommt, gepaart mit Dogmatismus und Blasiertheit. Wieso soll gutgemachte Popmusik per se schlechter sein als irgendeine Metalband, die st\u00e4ndig rumgrowlt?<br>Wenn es glaubhaft ist, hat jegliche Band ihre Berechtigung, solange sie nicht irgendeinen braunen Schei\u00df von sich gibt. <br>Aber genug davon, eigentlich wollte ich ja nur eine m\u00f6glichst interessante und unterhaltsame Radiosendung mit guter Musik machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-medium-font-size\" id=\"9\" style=\"background-color:#dfdfdf\"><em><strong>&#8222;All I ever wanted to do was hear music that I like and play it to other people.&#8220;<\/strong><br>John Peel<\/em><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-black-color has-text-color wp-block-heading\"><br><strong>Was war deine Motivation, selbst aktiv zu werden? Hast du vielleicht auch ein paar sch\u00f6ne Anekdoten oder legend\u00e4re Pannen f\u00fcr uns auf Lager?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Falko:<\/strong> Die Sendung zu produzieren bereitete mir ein Riesenvergn\u00fcgen. Ich kramte Platten aus meiner Sammlung hervor, die ich lange nicht mehr geh\u00f6rt hatte oder kaufte neue Platten. Bestimmte Songs wollte ich unbedingt von Vinyl spielen. Ich stellte Playlists von Songs zusammen, die ich nicht mehr auf Platte besorgen konnte, machte mir Notizen zu einzelnen Songs. Ich erarbeitete die Reihenfolge der Songs, die ich spielen wollte: seitenlange Listen wurden erstellt, Titel flogen raus, andere kamen dazu. Nur Sachen, die ich selbst gut fand, wollte ich bringen und so das Publikum mit Songs \u00fcberraschen, die es nicht kannte oder die unberechtigt in Vergessenheit geraten waren. Ich hoffte, Zuh\u00f6rer dazu bringen zu k\u00f6nnen, sich mit Bands und Interpreten zu besch\u00e4ftigen, von denen sie bisher wenig oder gar nichts geh\u00f6rt hatten.<br>Besonders lustig war es, wenn Gastmoderatoren mitwirkten \u2013 eigentlich waren es nur Freunde von mir, die mitmachten. Sehr gerne erinnere ich mich daran, dass wir alle w\u00e4hrend einer Sendung viel zu viel tranken und irgendwann gab es ein merkw\u00fcrdiges Ger\u00e4usch: \u201eKrumpfsch-Plopp\u201c. Ein dumpfer Aufprall auf der Tischplatte war durch die Kopfh\u00f6rer zu vernehmen. Einer meiner Kumpel hatte genug, sackte weg und knallte einfach w\u00e4hrend der Moderation mit dem Kopf auf den Tisch. Dann schlief er ein und wer genau hinh\u00f6rte, konnte sein Geschnarche vernehmen. So etwas passiert im unabh\u00e4ngigen Radio, wir nahmen uns aber fest vor, bei zuk\u00fcnftigen Gelegenheiten weniger zu trinken.<br>Ich wei\u00df nicht, wer meine Sendung geh\u00f6rt hat. Es gab ein paar ermutigende Reaktionen, von vielen aber auch gar keine Reaktion. Letztendlich ist das egal. Ich habe mir die Shows alle nochmal angeh\u00f6rt, fand sie gut und somit ist das f\u00fcr mich in Ordnung. Ich werde auf jeden Fall immer mal wieder eine Sendung machen und wer es h\u00f6ren mag, sehr gerne, ich freue mich dar\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"10\"><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-black-color has-text-color wp-block-heading\"><br><br><strong>Wenn du eine Radio-Sendung machen d\u00fcrftest, wie w\u00fcrde sie aussehen?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Burkhard: <\/strong>Die Frage ist mir nie in den Sinn gekommen. Wenn, dann w\u00e4re es wohl eine Musiksendung, in der ich ausschlie\u00dflich Sachen vorstellen w\u00fcrde, die mir selbst gefallen, wobei ganz gro\u00dfe Namen, welche die meisten ohnehin kennen, wohl so gut wie gar nicht auftauchen w\u00fcrden. Au\u00dferdem w\u00fcrde ich Metal und andere Musikrichtungen wohl miteinander mischen. OK, aus R\u00fccksicht auf die H\u00f6rer k\u00f6nnte man die Sendung vielleicht in einen Metal- und einen Nicht-Metal-Teil unterteilen.<br><br><strong>Dirk:<\/strong> Von Philip Glass, Beethoven, Chuck Berry, Muddy Waters \u00fcber Zappa inklusive Killing Joke, Art Blakey und Johnny Hallyday \u2013 eine gro\u00dfe Spannbreite. Und immer zu einem bestimmten Thema die verschiedenen K\u00fcnstler dazu aussuchen.<br><br><strong>Stefan:<\/strong> In Zeiten der durchreglementierten Formate w\u00e4re das wohl kaum irgendwo unterzubringen: Es w\u00e4re eine Sendung wie eine Art Audio-Zeitschrift, idealerweise in Doppelmoderation, um auch einen Dialog innerhalb der Show in Gang zu bringen, etwa wenn es um kontroverse Themen geht. Inhaltlich w\u00fcrde das Ganze diverse Genres bedienen \u2013 also im Grunde ein Sammelsurium auch jenseits rein musikalischer Inhalte sein. Aber ob so etwas einem Sender als Konzept verkauft werden k\u00f6nnte?<br><br><strong>Martin:<\/strong> Eine wilde Mischung frei assozierter Pop-Kultur-St\u00fccke aus Musik, Film und B\u00fcchern. V\u00f6llig subjektiv und mit Hang zu nebens\u00e4chlichen Details. Also so \u00e4hnlich, wie das hier im ZWNN geschieht. Anh\u00f6ren w\u00fcrde sich das niemand. Nicht mal ich selbst w\u00fcrde mir das danach nochmal anh\u00f6ren \u2013 aber ich h\u00e4tte vermutlich viel Spa\u00df dabei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-medium-font-size\" id=\"11\" style=\"background-color:#dfdfdf\"><em><strong>&#8222;I just want to hear something I haven&#8217;t heard before.&#8220;<\/strong><br>John Peel<\/em><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-black-color has-text-color wp-block-heading\"><strong>Ist Radio f\u00fcr dich heute noch relevant, um neue Musik zu entdecken?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Burkhard: <\/strong>\u00dcberhaupt nicht. Allerdings ist es das f\u00fcr mich auch in der Vergangenheit eigentlich nie wirklich gewesen. Selbst in der Zeit von Mitte der 80er bis Anfang der 90er, als es noch Metalsendungen im Radio gab, waren allenfalls mal in Ausnahmef\u00e4llen im Radio gespielte Songs f\u00fcr die Entscheidung, mir eine Platte zu kaufen, entscheidend.<br>Ma\u00dfgeblich waren f\u00fcr mich viel mehr die Rezensionen in einschl\u00e4gigen Fachmagazinen, wobei es eigentlich nie zu wirklichen Fehlk\u00e4ufen gekommen ist. Obwohl man ja, insbesondere als die CDs in der zweiten H\u00e4lfte der 80er Jahre die Vinylplatten schrittweise abl\u00f6sten, im Plattenladen problemlos vor dem Kauf reinh\u00f6ren konnte, habe ich das allenfalls mal in seltenen Ausnahmef\u00e4llen gemacht.<br>Als Ausnahme, bei der ich mir aufgrund eines im Radio gespielten Songs eine Platte gekauft habe, f\u00e4llt mir jetzt spontan nur das Album \u201eZazal\u201c der mongolischen Gruppe Egschiglen ein. Von diesem Album wurde mal ein Song in einer Weltmusiksendung im WDR gespielt, was aber inzwischen auch schon fast 20 Jahre her sein muss. Die Sendung wurde dann irgendwann abgesetzt.<br>Allgemein habe ich bei mir den Eindruck, dass das Bed\u00fcrfnis nach der Entdeckung neuer Musik im Laufe der Jahre deutlich zur\u00fcckgegangen ist, wobei ich noch nicht einmal sagen kann, dass ich dies bedaure. Ich habe mehr als genug Platten aus v\u00f6llig verschiedenen Stilrichtungen, die ich mir anh\u00f6ren kann, wenn ich Lust dazu habe. Es freut mich durchaus, wenn ich gelegentlich noch mal eine neue Band entdecke, die mich richtig begeistern kann (was in den vergangenen zehn Jahren sch\u00e4tzungsweise alle ein bis zwei Jahre einmal vorgekommen ist), aber das gen\u00fcgt mir dann auch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stefan:<\/strong> Das ist kaum mehr der Fall, da hat das reichweitenm\u00e4chtige und st\u00e4ndig pr\u00e4sente Internet einfach die besseren Karten, gerade auch dank der M\u00f6glichkeit zu direkten Verlinkungen auf Label- und Bandwebsites, Plattformen wie YouTube, Bandcamp und dergleichen mehr.<br><br><strong>Martin:<\/strong> Hm, m\u00f6glicherweise, dann aber eher zuf\u00e4llig. Meine Art, Neues nicht nur in der Musik zu entdecken, passiert oft dadurch, dass ich irgendwo etwas beil\u00e4ufig erw\u00e4hnt finde, danach im Netz grabe, dabei vielleicht auf etwas sto\u00dfe, das ich schon mal geh\u00f6rt habe, aber noch nicht in diesem Zusammenhang und dann am Faden der Hyperlinks einen Weg durch ein vorher nicht bewusstes Labyrinth entlanglaufe. So geschehen k\u00fcrzlich mit den Swans, die tats\u00e4chlich bis dahin nicht von mir wahrgenommen worden waren. Die Doku \u201eWhere Does A Body End?\u201c lief hier nur einen Abend im Kino und hat mich ziemlich weggeblasen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dirk:<\/strong> Ja, manchmal. Und dann schnell per shazam herausfinden, was es war.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mardou:<\/strong> Genauso wie das Internet das Sehverhalten ge\u00e4ndert hat, hat es auch das H\u00f6rverhalten ver\u00e4ndert. Radiosendungen und -h\u00f6rspiele h\u00f6rt man dank Mediatheken gezielt und wann man m\u00f6chte. Sowieso leben wir, die Generation Kassettenkinder, jetzt im H\u00f6rparadies: Beinahe jedes Buch erscheint auch als H\u00f6rbuch oder H\u00f6rspiel, viele alte und neue H\u00f6rspiele gibt es frei verf\u00fcgbar im Netz, hinzu kommt aktuell die Flut an Podcasts. Die Auswahl w\u00e4chst fast t\u00e4glich, da gerade jeder meint, seine Gedanken oder Gespr\u00e4che in einem Podcast mit der \u00d6ffentlichkeit teilen zu m\u00fcssen.<br>Was das zerst\u00f6rerische \u201eNichts\u201c in der \u201eUnendlichen Geschichte\u201c war, ist im Internet die Belanglosigkeit. Sie \u00fcberschwemmt nun auch die Podcasts. Die Perlen muss man jetzt suchen, auf der anderen Seite gibt es nun Podcasts f\u00fcr alle Geschm\u00e4cker und zu jedem Thema. Um Musik zu h\u00f6ren, braucht man schon lange kein Radio mehr. Wir haben Festplatten voller Mp3s, wir haben YouTube, Spotify &amp; Co. und nat\u00fcrlich noch die alten CDs und LPs \u2026 Wir k\u00f6nnen immer alles h\u00f6ren. Wir sind satt und ungeduldig.<br>Auch mit allen wichtigen Informationen versorgt uns das Internet, ob nun \u00fcber Zeitgeschehen oder Wetter. Oder auch Zeitungen und Zeitschriften, die zwar ebenfalls in die Jahre gekommen, aber zum Gl\u00fcck noch nicht ausgestorben sind. Wie auch das lineare Fernsehen spielt das Radio eine immer kleinere Rolle in meinem Leben. Doch es ist irgendwie beruhigend, dass es noch da ist.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"12\"><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-black-color has-text-color wp-block-heading\"><br><strong>Darf gutes Radio etwas kosten, von den Rundfunkgeb\u00fchren abgesehen? Unterst\u00fctzt du gar Radiosender oder Podcasts?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Burkhard: <\/strong>Ich kann mir pers\u00f6nlich nicht vorstellen, dass mich das Programm eines Senders so sehr anspricht, dass ich bereit w\u00e4re, daf\u00fcr noch neben den Rundfunkgeb\u00fchren etwas zu bezahlen. Mein Bedarf an Nachrichten- und Kabarettsendungen wird bereits durch den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk abgedeckt. Auch im Hinblick auf Musiksendungen kann ich mir kein Programm vorstellen, f\u00fcr das ich noch zus\u00e4tzlich bezahlen w\u00fcrde. W\u00fcrde dort Musik gespielt, von der ich bereits wei\u00df, dass ich sie mag, h\u00e4tte ich die Platten selber und k\u00f6nnte sie mir jederzeit anh\u00f6ren, wenn ich Lust dazu habe. W\u00fcrde dort mir bislang unbekannte Musik gespielt, bei der lediglich eine vage Hoffnung besteht, dass mir vielleicht ein oder zwei Songs wirklich gut gefallen, w\u00fcrde ich es wahrscheinlich vorziehen, mir stattdessen eines meiner Lieblingsalben anzuh\u00f6ren, von dem ich wei\u00df, dass es mir gef\u00e4llt. Wenn ich das Bed\u00fcrfnis nach musikalischen Neuentdeckungen haben sollte, k\u00f6nnte ich mich ja auch gezielt im Internet danach auf die Suche machen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dirk:<\/strong> Rundfunkgeb\u00fchren sind mehr als ausreichend.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stefan:<\/strong> Rundfunk- und Fernsehgeb\u00fchren f\u00fcr die \u00d6R-Medien reichen, mehr ist finanziell nicht drin. Dieses Geld halte ich aber f\u00fcr sehr gut angelegt, denn trotz der bewusst herbeigeredeten schlechten Reputation von \u00f6ffentlich-rechtlichem Radio und Fernsehen ist gerade in den Zeiten der Fake-News-Lawinen ein seri\u00f6ses Angebot mit gewissem Anspruch (inhaltlich und handwerklich) dringend n\u00f6tig.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn sich die geb\u00fchrenfinanzierten Medien zu Recht kritischen Stimmen stellen m\u00fcssen: Mir wird f\u00fcr meinen Geschmack zu viel pauschale Dauern\u00f6rgelei abgefeuert \u00e0 la \u201eAlles schlecht und niveaulos, fr\u00fcher war\u2019s besser, die \u00d6ffentlich-Rechtlichen braucht eh keiner mehr\u201c. Das Ende vom Lied sind die Verschw\u00f6rungsd\u00f6del im Netz, die in den hinterletzten Ecken des Internets un\u00fcberpr\u00fcft und kritiklos jeden Mist glauben, sofern er ihr Weltbild best\u00e4tigt und sei dieses noch so verschroben.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass mit den Geb\u00fchren auch Uninteressantes oder gar Schreckliches wie volkst\u00fcmlicher Schlager oder der ZDF-Fernsehfriedhof mitfinanziert wird, stellt in diesem Zusammenhang einen Kollateralschaden dar, der wohl nicht zu vermeiden ist und letztlich auch in Ordnung geht, denn das Publikum dieser Sendungen zahlt ja schlie\u00dflich auch seine Geb\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin:<\/strong> Ich bin bekennender Rundfunkgeb\u00fchrenzahler und nehme auch in Kauf, dass mich vieles davon nicht interessiert. Jedoch gibt es durch die Mediatheken der \u00f6ffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radiosender endlich die M\u00f6glichkeit, das, was einen interessiert, gezielt zu suchen und zu abonnieren. Was der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk meiner Meinung nach noch viel st\u00e4rker machen sollte \u2013 Nischenthemen aufzugreifen, bei anderen Themen auch mal tiefer zu gehen und sich viel Zeit f\u00fcr ein Thema zu lassen \u2013 haben oft Podcasts \u00fcbernommen. Den \u201eBahnhofskino\u201c-Podcast unterst\u00fctze ich mit einem regelm\u00e4\u00dfigen monatlichen Betrag.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><strong><em>&#8222;Let&#8217;s hope you never leave old friend<br>Like all good things on you we depend<br>So stick around cos we might miss you<br>When we grow tired of all this visual<br>You had your time, you had the power<br>You&#8217;ve yet to have your finest hour<br>Radio, Radio&#8220;<\/em><br><\/strong><br><em>Queen \u2013 Radio Ga Ga<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group has-black-color has-text-color\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group has-background\" style=\"background-color:#dfdfdf\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#dfdfdf\"><strong>LINKS<\/strong><br><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.ardaudiothek.de\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.ardaudiothek.de\/\" target=\"_blank\">ARD Audiothek<\/a> (Der ganze \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk)<\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.bahnhofskino.com\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.bahnhofskino.com\/\" target=\"_blank\">Bahnhofskino <\/a>(Podcasts \u00fcber abseitige Filmkunst)<\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/bellyup4blues.com\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/bellyup4blues.com\/\" target=\"_blank\">BellyUp4 Blues <\/a>(Internet-Sender aus Kalifornien)<\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/radio.bfbs.com\/stations\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/radio.bfbs.com\/stations\/\" target=\"_blank\">BFBS <\/a>(British Forces Broadcasting Service)<\/strong><br><strong><a href=\"https:\/\/www.br.de\/radio\/b5-aktuell\/service\/programm\/index.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.br.de\/radio\/b5-aktuell\/service\/programm\/index.html\">B5 aktuell <\/a>(F\u00fcr Nachrichtenjunkies)<\/strong><br><strong><a href=\"https:\/\/www.fritz.de\/programm\/sendungen\/blue_moon.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.fritz.de\/programm\/sendungen\/blue_moon.html\">Blue Moon <\/a>(\u201eSprechstunden\u201d bei Radio FRITZ)<\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.br.de\/radio\/index.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.br.de\/radio\/index.html\" target=\"_blank\">BR Radio <\/a>(H\u00f6rfunk-Sender des BR)<\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.deutschlandradio.de\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.deutschlandradio.de\/\" target=\"_blank\">Deutschlandradio<\/a> \/ <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/\" target=\"_blank\">Deutschlandfunk<\/a><\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/mediathek\/audio\/wdr5\/wdr5-echo-des-tages\/index.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www1.wdr.de\/mediathek\/audio\/wdr5\/wdr5-echo-des-tages\/index.html\" target=\"_blank\">Echo des Tages <\/a>(Das Wichtigste des Tages in 30 Minuten)<\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.ardaudiothek.de\/podschalk-mit-thomas-gottschalk\/70951262\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.ardaudiothek.de\/podschalk-mit-thomas-gottschalk\/70951262\" target=\"_blank\">Thomas Gottschalk <\/a>(SWR3-Podcast-Archiv)<\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.br.de\/radio\/bayern1\/sendungen\/heute-im-stadion\/index.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.br.de\/radio\/bayern1\/sendungen\/heute-im-stadion\/index.html\" target=\"_blank\">Heute im Stadion (Fu\u00dfball-Kult auf Bayern 1)<\/a><\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.voicesfromthedarkside.de\/special\/tony-jasper-the-hm-show\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.voicesfromthedarkside.de\/special\/tony-jasper-the-hm-show\" target=\"_blank\">Interview mit Tony Jasper<\/a> (Moderierte die HM-Show auf BFBS)<\/strong><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.jasperian.org\/tony-jasper\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.jasperian.org\/tony-jasper\" target=\"_blank\"><strong>Tony Jaspers Website<\/strong><\/a> <br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.br.de\/radio\/bayern2\/sendungen\/jazz-und-politik\/index.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.br.de\/radio\/bayern2\/sendungen\/jazz-und-politik\/index.html\" target=\"_blank\">Jazz und Politik (Musik und Diskurs auf Bayern 2)<\/a><\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.kexp.org\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.kexp.org\" target=\"_blank\">KEXP<\/a> (Spendenfinanzierter Sender aus Seattle)\/ <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/user\/kexpradio\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.youtube.com\/user\/kexpradio\" target=\"_blank\">YouTube-Channel<\/a><\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.kramarz-bonn.de\/radio\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.kramarz-bonn.de\/radio\" target=\"_blank\">Volkmar Kramarz<\/a> (SCREAM-Moderator, WDR-Redakteur)<\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.radioeins.de\/archiv\/podcast\/sprechfunk_mit_kuttner.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.radioeins.de\/archiv\/podcast\/sprechfunk_mit_kuttner.html\" target=\"_blank\">Kuttners Sprechfunk (Podcasts auf Radio Eins)<\/a><\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/podcast.parocktikum.de\/about-parocktikum-de\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/podcast.parocktikum.de\/about-parocktikum-de\/\" target=\"_blank\">Parocktikum<\/a> (Archivseite zur Sendung von 1986 bis 1993)<\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.radioeins.de\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.radioeins.de\" target=\"_blank\">Radio Eins<\/a> (rbb-Radio f\u00fcr Erwachsene)<\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.gong971.de\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.gong971.de\" target=\"_blank\">Radio Gong<\/a> (Rocksender aus N\u00fcrnberg)<\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.rockin-radio.de\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.rockin-radio.de\" target=\"_blank\">Rockin\u2019 Radio<\/a> (Rock aus und f\u00fcr Franken)<\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.maxschoenherr.de\/index.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.maxschoenherr.de\/index.html\" target=\"_blank\">Maximilian Sch\u00f6nherr<\/a> (Z\u00fcndfunk, Deutschlandfunk, dpa)<\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/radio\/wdr5\/sendungen\/unterhaltung-am-wochenende\/index.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www1.wdr.de\/radio\/wdr5\/sendungen\/unterhaltung-am-wochenende\/index.html\" target=\"_blank\">Unterhaltung am Wochenende<\/a> (Kabarett auf WDR 5)<\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/viertausendhertz.de\/podcasts\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/viertausendhertz.de\/podcasts\/\" target=\"_blank\">Viertausendhertz<\/a> (Podcast-Label aus Berlin)<\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/radio\/hoerspiel\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www1.wdr.de\/radio\/hoerspiel\" target=\"_blank\">WDR-H\u00f6rspiele<\/a> (Downloads und Podcasts)<\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.zosh.de\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.zosh.de\" target=\"_blank\">ZOSH <\/a>(Metal-Sendung bei Radio Z aus N\u00fcrnberg)<\/strong><br><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.br.de\/radio\/bayern2\/sendungen\/zuendfunk\/index.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.br.de\/radio\/bayern2\/sendungen\/zuendfunk\/index.html\" target=\"_blank\">Z\u00fcndfunk<\/a> (Radio-Klassiker auf Bayern 2)<\/strong><\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Radio: F\u00fcr die um die Jahrtausendwende Geborenen ist dies m\u00f6glicherweise ein abstrakter Begriff f\u00fcr alles, was an reiner Toninformation \u00fcber das Internet verbreitet wird. \u201eRadiostationen\u201c oder \u201eSender\u201c, Begrifflichkeiten aus dem Analogzeitalter, stehen in un\u00fcberschaubarer Anzahl zur Verf\u00fcgung und sind nicht mehr von Sendeleistung abh\u00e4ngig, k\u00f6nnen also \u00fcberall empfangen 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