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IV – Idéal

1982 hatte sich das Besetzungskarussell erneut gedreht und auf dem Schleudersitz hinter der Schießbude hatte nun Clive Burr (Ex-Iron Maiden) Platz genommen. Während seiner Bandzugehörigkeit wurde das im September 1983 erschienene, schlicht IV betitelte und in Fankreisen auch als Idéal geläufige Album eingespielt, mit dem letztlich der Niedergang der Band eingeläutet wurde. Eigentlich schwer nachvollziehbar, denn mit diesem – musikalisch wie textlich – ausgereiftesten und differenziertesten Werk der Bandgeschichte hätte Trust eigentlich der ganz große Durchbruch gelingen müssen. Zu einer Zeit, in der ehemalige Vorzeigebands wie Saxon, Y&T oder Molly Hatchet am mißlungenen Spagat zwischen Härte und Kommerzialität fast zugrunde gegangen wären, warteten Trust mit eingängigen Songs und gelungenen Arrangements auf und ließen es dennoch nicht an einer äußerst gesunden Portion Heavyness mangeln. Möglicherweise lag es aber auch an der ein Jahr später (zu spät?) unter dem Titel Man´s Trap veröffentlichten englischen Version, die durch ihre von Angus-Onkel Alex Young verbrochenen, doch recht banalen Allerweltslyrics dem Material viel von dem Trust-typischen rebellischen Charme nahm, daß es von nun an bergab ging? Insider vermuten, daß es Trust zu diesem Zeitpunkt einfach versäumten, ihren Erfolg durch eine ausgedehnte Welttournee mit Judas Priest zu zementieren und sich statt dessen mit IV verkünstelten [das Produktionsbudget wurde bereits während der Vorproduktion unter der Regie von Andy Johns (u.a. Deep Purple, Led Zeppelin) komplett verbraten, und die Band werkelte im Alleingang ein weiteres halbes Jahr an den Aufnahmen. Und was die gleichwohl geheimnisumwitterte wie werbeträchtige Bandmitgliedschaft von Clive Burr anbelangt, der – nebenbei bemerkt – schon bei den Eisernen Jungfrauen wegen seiner untragbaren psychischen Verfassung rausgeflogen war, scheint es, daß dieser lediglich auf zwei erst 1993 veröffentlichten Songs aus eben dieser Vorproduktionsphase, namentlich Toutes Barricades und Jack le Vaillant, zu hören ist; es existieren keinerlei schlüssige Hinweise darauf, daß Burr auch tatsächlich an IV selbst mitgearbeitet hat und die Vermutung liegt nahe, daß das Album vielmehr von Farid Medjane eingespielt wurde].
Fakt ist jedenfalls, daß Bernie Bonvoisin mit IV sein Meisterwerk als Lyriker abgeliefert hatte. Besonders hervorzuheben sind Varsovie, das sich u.a. kritisch mit der Öffnung des Ostblocks auseinandersetzt und dem polnischen Gewerkschaftsführer Lech Walesa als l´homme de marbre ein Denkmal setzt, das poppig angehauchte, mit einem schönen Saxophon-Solo veredelte Idéal, in dem es um die Problematik von Idealen und Identitätsfindung geht, sowie das sich über die komplette zweite LP-Seite (die sog. "Devil-Side") erstreckende, biblisch angehauchte Konzeptstück. Letzteres besteht aus den Songs Purgatoire, Le Pacte, La Luxure und Le Jugement dernier und bereitet einige christlich-mystizistische Themenbereiche für die Neuzeit auf; es geht grob gesagt um ein paar ausgewählte Todsünden, einen metaphorischen Pakt mit dem Teufel (was einige Kritiker dazu veranlaßte, die Band fälschlicherweise in die Black Metal-Schublade zu packen) und das dadurch bedingte unausweichliche Verderben. Letztendlich wird somit immerhin der Titel der englischsprachigen Version etwas anschaulicher, wenn auch deren Texte die Tiefe des französischen Originals bei weitem nicht erreichen (zugegebenermaßen fügen sich die englischen Vocals allerdings etwas harmonischer in die – geringfügig überarbeiteten - Arrangements von IV ein als dies bei den Vorgängeralben der Fall war). Lediglich ´84´ hebt sich wohltuend vom textlichen Einerlei der Young-Lyrics ab; zwar wurde die Orwellsche Schreckensvision eines Überwachungsstaates auch schon gehaltvoller umgesetzt, doch zumindest wurde so ein gewisser Anspruch aufrechterhalten. Heutzutage erinnert sich vermutlich kaum jemand mehr daran, für was für einen Wirbel das bevorstehende Orwell-Gedächtnisjahr 1984 damals gesorgt hatte. Wen wundert´s...? Aber zurück zu Man´s Trap: Überflüssigerweise wurde infolge der Aufgabe des Originalkonzeptes auch die Reihenfolge der letzten beiden Songs der B-Seite vertauscht, was den musikalischen Fluß doch ein wenig beeinträchtigt und einen weiteren Minuspunkt gegenüber der französischsprachigen Version darstellt.
(Und das Cover scheint, ob seiner Schlichtheit in Ausführung und Gehalt, im VHS-Grundkurs "Zeichnen" entstanden zu sein... - Martin).
So bleibt leider nur festzuhalten, daß dieses vorzügliche Werk weitestgehend auf Desinteresse stieß und die Band auch finanziell gewaltig ins Hintertreffen brachte; die ausufernden Aufnahmesessions hatten das Budget mehr als überstrapaziert!


Rock´n´Roll

Mit dem Ende 1984 veröffentlichten, äußerst schwachen Nachfolger Rock´n´Roll setzten sich Trust mit abermals neuem Schlagzeuger Farid Medjane (zwischenzeitlich hatte auch ein gewisser Thierry Dutru die Kessel gerührt) dann endgültig zwischen alle Stühle. Anders als ein völlig planloser und übereilter, in nur sechs Wochen eingespielter, "Wiedergutmachungsversuch" läßt sich dieses Album auch kaum deuten. Nach dem noch recht forschen Eröffnungsriff von Chacun sa Haine regiert eher biederes Midtempo-Mittelmaß: In der Mehrzahl an den Vorgänger angelehnte, allerdings relativ uninspirierte und kraftlose Arrangements treffen auf rock´n´rollige Songstrukturen, absolut deplazierte Keyboards zirpen sich durch so manchen Refrain (gleich 3 Keyboarder geben sich auf Rock´n´Roll die "Ehre"!), und selbst der auf IV noch so originelle Einsatz eines Saxophons klingt auf Avenir (dt.: Zukunft) eher blutarm.
Auch der mißglückte, schlagerhafte Versuch einer Art Mitsinghymne in Form des B-Seiten-Openers Serre les Poings ("Ball´ die Fäuste!") wirkt orientierungslos, wie eigentlich das gesamte Album (Surveille ton Look ist zu weiten Teilen von KISS´ I love it loud abgekupfert!), und lediglich I shall return/Je reviendrai und Rock´n´Roll Star erinnern noch entfernt an ehemalige Glanztaten, wenngleich auch hier eher lasche Arrangements den Gesamteindruck schmälern. Irgendwie hört man dem Album einfach an, daß die Einigkeit innerhalb der Band auf der Strecke geblieben war: Gitarrist Nono wollte fortan auf technisch anspruchsvolleren Pfaden wandeln, während der Rest der Band wieder back to the roots gehen wollte.
Textlich – das sei der Fairneß halber erwähnt – ist nach wie vor kaum etwas auszusetzen; Bernie bedient sich weiter seiner Lieblingsfeindbilder aus der ehrenwerten Gesellschaft, wettert gegen den ach so schönen Schein und die allgegenwärtigen Holzköpfe und ruft seine Fans zum zivilen Ungehorsam auf. Dies allerdings inzwischen in einer im Vergleich zu den frühen Veröffentlichungen doch deutlich moderateren und gewählteren Ausdrucksweise.
Im Wesentlichen muß ich Klaus leider zustimmen: Sowohl bei der Titelgebung des Albums als auch beim Songwriting ließ man wenig Kreativität walten. Zwischen den Zeilen kann man dies auch auf der offiziellen Band-Homepage nachlesen ("Besides things are clear: the band claims its rock status, and the album title is here to remember it. Moreover, the songs adopt a direct and effective structure."). Nicht nur die Live-Auftritte schienen als "Arbeit" empfunden worden zu sein (siehe unten), auch schon zuvor beim Album lieferte man Arbeitsleistung nach Tarif-Stundenlohn ab.
Zu den Keyboards kann man stehen wie man will. Puristen lehnen sie natürlich ab. Meiner Meinung nach sind sie auf Rock'n'Roll nicht überpräsent, was gleichzeitig heißt: man hätte auch darauf verzichten können.
Serre les Poings gibt einen kleinen Hinweis darauf, wie man sich in Teilen der Band wohl die musikalische Ausrichtung der Zukunft vorstellte. Ähnliches kennt man von den rockigeren Stücken von Stephan Eicher, vor allem von seinen französischsprachigen Songs (u. a. singt er auch englisch, deutsch und schweizerdeutsch). Für "echte Rock'n'Roller" ist der natürlich nix, wobei aber z. B. seine Vertonungen von Texten von Philippe Djian zu abendlicher Stunde gut anzuhören sind. Auf einem Trust-Album wirkt so etwas aber leicht deplaziert, und lediglich Bernies Gesang reißt das gesamte Album aus der Mittelmäßigkeit. Vermutlich könnte er mit diesem mit jeder Kirmes-Rockband einen Volksaufstand provozieren.
(- Martin - )

Erstmals seit dem Debüt sollte es von Rock´n´Roll keine version anglaise geben, und die Differenzen innerhalb der Band traten auf der folgenden Frankreich-Tour denn vollends zutage als man in getrennten Bussen zu den Auftrittsorten gondelte. Es kam, wie es kommen mußte: Am 31. Juli 1985 verkündeten Trust anläßlich eines Konzerts in Ploubalay noch auf der Bühne ihre Auflösung!
Posthum machte Bernie Bonvoisin neben den internen Querelen auch falsche strategische Entscheidungen für den Niedergang der einstigen Vorzeige-Anarchorocker verantwortlich, wie er in einem Interview mit dem Rock Hard 1993 einräumte: "Dieser Streß Platte – Tour – Platte – Tour hatte die Band mürbe gemacht. Davon abgesehen haben wir auch Fehler gemacht. Nach der Deutschland-Tour mit Iron Maiden hatten wir Angebote, nach Amerika zu gehen oder in ganz Europa mit Def Leppard zu spielen. Statt dessen entschieden wir uns dafür, mit Starfighter im Vorprogramm eine weitere Frankreich-Tour zu absolvieren, um den Erfolg voll auszukosten. Aber die Leute waren gelangweilt und wir selbst auch. Wenn du es als 'Arbeit' empfindest, auf die Bühne zu gehen, dann sollte man besser aufhören." (Quelle: Rock Hard Nr. 69, Februar 1993, Seite 94).

Schwebezustand

In der Folgezeit schloß sich Gitarrist Nono dem enorm erfolgreichen französischen Schlagerrocker Johnny Halliday an, was Bernie Bonvoisin des öfteren zu zynischen Seitenhieben gegenüber seinem Ex-Kollegen ob dessen Status als Guitar Hero und Quasi-Punkrocker veranlaßte, Bernie lui-même veröffentlichte 1986 seine erste Solo-Platte Couleur Passion auf Polygram, die wie auch seine weiteren beiden Scheiben in eine Rhythm´n´Blues-lastige Richtung tendiert (auf allen dreien ist übrigens auch Yves "Vivi" Brusco an der Gitarre mit von der Partie), doch ansonsten schienen die ehemaligen Staatsfeinde mausetot zu sein. Bis schließlich Anfang 1988 Bernie und Basser Vivi die Gelegenheit ergriffen, zusammen mit Anthrax im legendären Hammersmith Odeon zu Antisocial zu jammen, was wohl die Säfte wieder zum Kochen brachte. Im April desselben Jahres, als AC/DC in Paris gastierten, ließen sich Trust zum ersten Mal seit langem wieder gemeinsam in der Öffentlichkeit blicken, und die enthusiastischen Publikumsreaktionen auf den Anblick ihrer Helden lieferten denn wohl auch die endgültige Initialzündung für die Wiedervereinigung der Band. Im Rock´n´Roll-Line-up Bonvoisin/Krief/Brusco (vom Baß an die zweite Klampfe gewechselt)/Medjane, verstärkt um einen gewissen Fred als Bassisten, spielte man zunächst ein paar Aufwärmgigs in Südfrankreich um schließlich am 24. und 25. September als Special Guest bei den Monsters of Rock in Paris abzuräumen. Einen recht guten Eindruck von der Wiederaufnahme der Band bei ihren Fans vermittelt das kurz darauf erschienene Livealbum Paris by Night, dessen Songauswahl zwar nicht gerade umwerfend ist (2 kurze Gigs mit abweichenden Setlists wurden auf Doppel-LP gepreßt), die Publikumsreaktionen dafür aber umso mehr – gerade bei der Gänsehautversion von Saumur!

Wohl um die Gunst der Stunde zu nutzen, schoben Trust noch im selben Jahr die - zugegeben - etwas unausgegoren wirkende Mini-LP En attendant nach, die zwar den ein oder anderen durchaus gelungenen, flotten und rockigen Song am Start hat, der es letztendlich aber ein wenig an der persönlichen Note sowie ein paar griffigen Stücken nach bisherigem Schnittmuster mangelt; insgesamt gesehen kommt die Scheibe leider etwas beliebig-rock´n´rollig daher, und dem angenehm knackigen "Proberaum-Flair" stehen zwei relativ überflüssige Coverversionen sowie eine eher punkig-anbiedernd anmutende Nummer namens Petit Papa Noël gegenüber, weswegen En attendant (dt.: "Abwartend") bei den Fans als geschmähte "Weihnachts-EP" wohl einfach durchfallen mußte: Eine gewisse Unentschlossenheit seitens der Band schien geradezu greifbar zu sein, und im Song Allez Monnaye Blues, welcher auch in einer version anglaise mit auf der Platte vertreten war, ließen sich schon - wenn auch noch äußerst verhalten - die ersten Anflüge "zeitgenössischer" Einflüsse erkennen…
Gitarrist Nono, der bereits im Vorfeld der Veröffentlichung sein Mißfallen zum Ausdruck gebracht hatte, verließ daraufhin konsequenterweise die Band, um zu Johnny Halliday und dessen Pfründen zurückzukehren, und Trust waren ein zweites Mal Geschichte.

Nutzen wir die Zeit, um hier einen link zu einem kleinen Exkurs mit einem Überblick über Bernies Solo-Aktivitäten zu setzen.

Nachrichten aus der Twilight Zone

1988 erschien noch eine offizielle Best of-LP von Trust, 1990 Bernies zweiter Solostreich En avoir ou pas, im selben Jahr wurde auch En attendant außerhalb Frankreichs veröffentlicht, doch auf eine erneute Reunion der Band hätte wohl kaum ein halbwegs realistisch tickender Metaller einen Pfifferling gesetzt. Es sollte jedoch anders kommen! Bei einem Treffen mit Laurence Le Ny, einer Mitarbeiterin von Epic France, brachte Bernie Bonvoisin das Gespräch auf die anläßlich der 1980er Répression dans l´Hexagone-Frankreich-Tour mitgeschnittenen Aufnahmen. Laurence Le Ny nahm daraufhin die Sache in die Hand und präsentierte die Uralt-Tapes im Rahmen einer Firmensitzung einer glücklicherweise wohlwollenden Führungsriege, und 1992 kam völlig unverhofft Trust Live auf den Markt. Schnell brachte es die Scheibe zu Goldehren, wohl auch nicht zuletzt deswegen, weil inzwischen das CD-Zeitalter angebrochen war und diese einmalige Gelegenheit, Trust pur und in Bestform für die Ewigkeit konserviert zu haben, einen zusätzlichen Kaufanreiz darstellte. Meiner Meinung nach ist Trust Live aber auch eine der unverfälschtesten, repräsentativsten Liveplatten der Rockgeschichte, und aus meiner rein persönlichen Sicht eine der Top Five im Hard´n´Heavy-Sektor! Geboten wird ein Querschnitt durch die ersten beiden Alben (lediglich das Fehlen von Saumur irritiert ein wenig... Zensur?) sowie zwei AC/DC-Coverversionen am Stück (Problem Child und Live Wire), die den Originalen der If you want Blood.../Let there be Rock (Bonfire)-Aufnahmen in nichts nachstehen, plus ein bis dato noch unveröffentlichtes Les Brutes. All dies ohne Overdubs, präsentiert in einer selten gehörten Intensität und mit den entsprechenden Publikumsreaktionen versehen, die von Zeremonienmeister Bonvoisin immer wieder mit markigen "Dynamite!"-Rufen angestachelt werden. All dies wird abgerundet durch ein eigens von Bernie verfaßtes 36 Seiten starkes Booklet mit ausführlichen Liner Notes... grandios!
"Ich war selbst überrascht, wie gut die Stücke grooven", erklärte Monsieur Bonvoisin denn auch in einem Interview mit dem Metal Hammer. "Außerdem kommt unglaublich viel Power und Energie rüber. Es ist ehrlich... natürlich nicht perfekt, aber ich glaube, daß die Band zum Zeitpunkt dieser Aufnahmen ganz besonders gut aufeinander eingespielt war. (...) Von diesem Line-Up ging ein ganz besonderer Zauber aus." (Quelle: Metal Hammer Nr. 12/92, Dezember 1992, Seite 125)
Zwar war das Interesse der Fans nun erneut geweckt, doch bis das Thema Wiedervereinigung für Trust ein weiteres Mal konkrete Formen annehmen sollte, floß noch ziemlich viel Wasser die Seine hinunter. Zunächst widmete sich Bernie Bonvoisin weiterhin seiner Schauspielkarriere, veröffentlichte 1993 darüber hinaus mit Etreinte dangéreuse sein drittes Soloalbum, und erst nachdem über obskure Kanäle die CD Prends pas ton Flingue das Licht der Welt erblickt hatte, die die ersten beiden Trust-Songs überhaupt (Glamour and the Rubbish Bin und Prends pas ton Flingue von 1977), ergänzt um das altbekannte Paris by Night und dessen Vorlage Love at first Feel, präsentiert, schien die Zeit reif für "offizielle" Schritte. The Backsides, 1993 auf Epic erschienen, bot neben bislang auf CD unveröffentlichten Single-B-Seiten wie Show Business, Limousine und dem bereits als Konzertopener bekannten Darquier noch einen Remix von Préfabriqués sowie die bereits erwähnten Clive Burr-Songs aus IV-Demozeiten. Im Prinzip nichts weltbewegendes – sowohl vom Songmaterial selbst her als auch im Vergleich mit der Urgewalt der Trust Live-CD – aber allem Anschein nach wohl ein vorsichtiges Herantasten an die Akzeptanz der Fans im Hinblick auf eine angedachte Reunion...

Europe et Haines

Im Oktober 1996 sollte es dann endlich soweit sein: Wie aus heiterem Himmel erschien mit Europe et Haines (dt.: Europa und Haß) das sechste reguläre Studioalbum von Trust. Bereits das Cover – es zeigt das weltberühmte Foto eines kleinen Jungen bei der Räumung des Warschauer Ghettos durch die Nazis, eingerahmt von den europäischen Sternen – ließ erahnen, daß es auch hier textlich alles andere als bequem zugehen sollte! Musikalisch kommt Europe et Haines eher etwas unspektakulär daher; geboten wird teils richtig heftiger bluesinfizierter Rock mit toller Gitarrenarbeit (eine ausführlichere Kritik, die hier im ZWNN erschienen ist, öffnet sich hier in einem kleinen Fenster), eingespielt in der Besetzung Bonvoisin/Krief mit David Jacob am Baß und Nirox John am Schlagzeug.
Textlich dagegen hatte sich die lange Auszeit mehr als nur positiv bemerkbar gemacht: Endlich einmal war es Bernie Bonvoisin gelungen, all seine Anliegen zu bündeln und ein unerwartet dichtes und geradezu lyrisches Konzept mit philosophischem Tiefgang zu erschaffen, das sich vom ersten bis zum letzten Song in Form einer Klimax steigert und neben einigen entspannenden hörspielartigen Einsprengseln auch das ein oder andere Zwischenresümee beinhaltet. In J´ai vu Dieu beispielsweise macht sich Bernie als Ich-Erzähler Gedanken darüber, was Gott von seiner mißratenen Schöpfung hält, nachdem in den vorangegangenen Songs allgemeine menschliche Charakterzüge wie Gier, Haß oder Furcht in allen erdenklichen Erscheinungsformen angeprangert wurden. Im folgenden werden diese "Untugenden" konkretisiert und in Zusammenhänge wie unreflektierte Traditions- oder Autoritätenhörigkeit, menschlichen Verdrängungswettbewerb und den Drang zur Unterwerfung und Ausbeutung integriert, was schließlich in der Feststellung "Personne ici ne l´a voulu. Mais dis moi: Tout cela était-il prévu?" gipfelt ("Niemand hier hat das gewollt. Aber sage mir: War all dies nicht vorhersehbar?"). Im Finale Europe et Haine kommt es schließlich zur exemplarischen Abrechnung mit der Ignoranz der Europäer im allgemeinen und der der Mächtigen im besonderen in Bezug auf den Bürgerkrieg in Jugoslawien, und Bonvoisin wirft nicht nur indirekt die Frage auf, ob eine Einigung Europas angesichts all dieser ideologischen Grabenkämpfe überhaupt möglich ist.
In einem Interview mit dem Rock Hard faßte er darüber hinaus einige weitere zentrale Aussagen des Albums zusammen: "Die prinzipielle Grundidee hinter 'Europe et Haines' ist mein Zorn darüber, daß ältere Leute die Gesellschaft lenken und den jüngeren diktieren wollen, wie sie zu leben haben. (...) Es hat sich in all den Jahren nichts geändert. Es sind nur andere Uniformen, andere Flaggen, aber es werden die gleichen Grausamkeiten verübt. (...) Es geht auf das Ende eines Jahrhunderts zu, und wenn man die Geschichte beobachtet, wird man feststellen, daß es dann immer Schwierigkeiten gab. Es ist ein altbekanntes Phänomen, daß in Krisenzeiten der rechte Flügel mehr Zulauf erhält. (...) Die Leute müssen endlich reagieren! Man kann nicht nur rumsitzen, auf den neuen Messias warten und dabei wertvolle Zeit verstreichen lassen. Man muß selbst aktiv werden und darf nicht auf Politiker oder Wissenschaftler hoffen!" (Quelle: Rock Hard Nr. 10/97, Oktober 1997)
Interessant auch Bonvoisins Integration der Person bzw. des Mythos Che Guevara in sein Konzept: Im Song Guerre civile (dt.: Bürgerkrieg) fällt dessen Name im Zusammenhang mit der Verballhornung und Pervertierung von Idealen.
Kurzum: Ein äußerst bemerkenswertes Album, dessen geplante Übertragung ins Englische leider bis zum heutigen Tag keine Umsetzung erfuhr, was wohl letztlich kaum dazu beitragen wird, Trust noch einmal wie in ihren Glanzzeiten auch über die französischen Landesgrenzen hinaus einem breiteren Publikum zugänglich zu machen...
Die Livepräsentation von Europe et Haines erfolgte kurz darauf beim Bol d´Or, einem berühmten Motorradrennen, vor 40000 Zuschauern, und nachdem mit Hervé Koster abermals ein neuer Schlagzeuger angeheuert worden war, begab sich die Band im Januar 1997 auf eine frenetisch umjubelte Frankreich-Tour, die ihren Höhepunkt in zwei ausverkauften Konzerten im Pariser Zenith hatte und in deren Verlauf Europe et Haines vergoldet wurde. Obligatorischerweise wurden bei dieser Insurrection dans l`Hexagone-Tour einige Gigs mitgeschnitten und noch im selben Jahr neben einer weiteren Best of-CD unter dem Titel A-Live als CD und Video veröffentlicht. Im Vergleich mit den bisher erschienenen Liveplatten der Band nimmt A-Live eine Art "Mittelstellung" ein: Neben einer gelungenen Mischung aus brandneuen Songs und Alltime-Classics (Live-CD-Premiere von Le Mitard!) fallen zwei Rock´n´Roll-Klassiker (Roll over Beethoven und That´s all right Mama) eher störend auf; hier statt dessen zwei, drei Bandhymnen mehr und das Album wäre top! Zum Glück wurde diese Scheibe aber speziell für den deutschen Markt um sechs Songs erweitert und anno 2000 unter dem Titel Still A-Live via XIII Bis Records als Doppel-CD wiederveröffentlicht. Für Fans, die das Fehlen von Songs der Marche ou crève-, IV- und Rock´n´Roll-Ära verschmerzen können, ein echter Pflichtkauf!

Danach wurde es wieder ziemlich still um die Band. Trust hatten sich zwar nicht offiziell aufgelöst, jedoch kümmerten sich die einzelnen Bandmitglieder nahezu ausschließlich um ihre jeweiligen Soloprojekte. Bernie Bonvoisin, der schon mit seinem ersten Film Les Démons de Jesus als Regisseur Anfang 1997 für Furore unter den französischen Cineasten hatte sorgen können, widmete sich einer weiteren Regiearbeit (Les Grandes Bouches), die übrigen Bandmitglieder gastierten auf Alben anderer Musiker; Gitarrist Nono und Neu-Bassist David Jacob beschäftigten sich darüber hinaus mit Filmsoundtracks, bevor sie Anfang 1999 begannen, an neuem Material für Trust zu arbeiten...
Zu allem Überfluß mußte die Band aufgrund einer Armverletzung von Nono im Juni 1999 einen Headlinergig bei einem größeren französischen Festival absagen, woraufhin Bernie begann, sich mit Abwanderungsgedanken zu tragen, und dies zu einem Zeitpunkt, als die Stücke für den Europe et Haines-Nachfolger bereits so gut wie fertig waren! Anscheinend ließ sich Bernie noch dazu breitschlagen, Ni Dieu, ni Maître einzusingen, doch nach dessen mehrfach verschobener Veröffentlichung im April des Jahres 2000 war wieder einmal Schicht bei Trust.

Ni Dieu, ni Maître

Ni Dieu, ni Maître (dt.: Weder Gott noch Herr) dürfte das mit Abstand experimentellste Trust-Album überhaupt sein; einige schlüssige Rocksongs, ein paar ruhigere Ausflüge, ein paar zähere Ergüsse, teilweise hart an der Grenze zur Katzenmusik... musikalisch nicht unbedingt schlecht, aber Songs vom Schlage eines Antisocial, Les Brutes oder meinetwegen auch Par Compromission waren nun wohl endgültig Geschichte. Textlich zeigt sich die Band von einer zwar nach wie vor anklagenden Seite, allerdings weit weniger aggressiv denn nachdenklich. Besonders auffallend ist, daß Bernie mehr denn je mit religiösen Motiven spielt, um auf Absurditäten hinzuweisen – bisweilen vielleicht etwas spitzfindig wie in Dieu est conservateur...; seine favorisierten Themen sind diesmal oberflächliche und wider besseres Wissen angepaßte Menschen, Opportunisten und Karrieristen, mit denen er mitunter recht hart ins Gericht geht, und neben ein paar persönlicheren Animositäten bekommen auch die US of A in Question d´Ethique ihr Fett ab. Ausführlichere Kritik aus dem ZWNN wieder hier im Fenster.
Wie gesagt: Nach Ni Dieu, ni Maître schien diesmal endgültig Schluß bei Trust zu sein, und selbst als es Didier Guenroc, dem Organisator des alljährlich stattfindenden Terre-Neuvas Festivals in Bobital, gelang, Bernie und Nono zu einem einmaligen Reunionsgig am 8. Juli 2006 zu überreden, waren die Reaktionen eher zwiespältig: Die Die hard-Fans feierten ihre Helden ab, der Großteil der 120000 Zuschauer, die wohl eher wegen Bands wie den Dandy Warhols, The Rasmus oder anderen Newcomern, vorwiegend französischer Provenienz, gekommen waren, reagierte eher neutral, und die Presse sparte nicht mit Sarkasmus der Sorte "ihre Zeit ist vorbei". Also nicht gerade eine Massenhysterie angesichts dieser "Sensation"... Nichtsdestotrotz zeigte sich gerade Bernie auf der Bühne von seiner allerbesten Seite und untermauerte den politischen Anspruch von Trust vehement, indem er ein ums andere Mal an das Bewußtseins des Publikums anläßlich der nächsten Wahlen 2007 appellierte; Dynamite wie anno 1980?

Soulagez-vous pour l´avenir

Trust wollten es also in der Bobital-Besetzung Bernie/Nono/Vivi plus Iso an der zweiten Gitarre und Farid an den Drums wohl doch noch einmal wissen, und mit entsprechend viel Tamtam wurde für das anläßlich des Auftritts mitgeschnittene Livealbum Soulagez-vous dans les Urnes (dt.: Entspannt euch in den Urnen) die Werbetrommel gerührt, welches ab dem 20. November 2006 als CD und DVD in den Läden stand. Ausführlichere Besprechung hier. Neben den beim Auftritt präsentierten Klassikern enthält es 3 neue Songs (Sarkoland, Chaude est la Foulle, La Mort rode). Um das Album zu promoten fanden Anfang Dezember vier Konzerte in Frankreich statt.

Im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahlen 2007 meldeten sich Trust kräftig zu Wort. Der Song Sarkoland bezieht klar Stellung gegen den konservativen Innenminister und Präsidentschaftskandidaten Nicolas Sarkozy, dem in Bezug auf die Herbstunruhen im Jahr 2005 in der Pariser Vorstadt La Courneuve unter anderem das Zitat zugeschrieben wird, daß "man diese Städte mit dem Kärcher ausmisten sollte" (und der sich ja unlängst mit seinem Gebalze und der anschließenden Blitzhochzeit mit Beauty und Ex-Model Carla Bruni als Staatsmann auf internationalem Parkett komplett lächerlich gemacht gemacht hat). Bernie trat auch aktiv als Unterstützer eines Präsidentschaftskandidaten auf, nicht jedoch für die Sozialisten, wie man vermuten könnte, sondern für Francois Bayrou von der bürgerlich-liberalen UDF, dessen weitgehend idealistische Gesinnung - wen wundert´s? - sich doch ziemlich mit der des Trust-Sängers deckt.

- Klaus -



30 Jahre nachdem die Band zum ersten Mal in dieser Konzerthalle aufgetreten war, fand am 4. Dezember 2007 ein Konzert im Pariser "Olympia" statt, welches nach Augenzeugenberichten - zwei Leser dieses Artikels waren dort - grandios war.

Eben jenes Konzert wurde 2009 als fettes Paket "A L'Olympia" veröffentlicht, bestehend aus einer DVD, den Songs auf 2 CDs und einer besonderen Rarität, die von Fans lange sehnsüchtig erwartet worden war, einer DVD mit dem "Rockpalast"-Auftritt vom Juni 1982, als Trust in Köln auftraten. Die Bildqualität des Konzerts von 1982 ist freilich eher old-school, doch hatten damit noch verrauschtere VHS-Aufnahmen auf youtube ausgedient. Der Unterhaltungswert beider Konzerte ist enorm; 2007 war man spieltechnisch zwar etwas besser aufgestellt, dafür aber körperlich ein klein wenig stämmiger, und die rotzige Einstellung der anarchischen Endzwanziger, die noch vom ausgehenden Punk beeinflusst waren, war teilweise gesetzten, schwarzen Sakkos gewichen. Hier erlebt man eine Band, die immer noch Spaß hat, ihre alten Songs zu spielen und die mühelos einen ganzen Saal in der Hand hat. Sehr schön die Kamerafahrten ins Publikum, welches offensichtlich aus vielen Leuten besteht, die mit ihren Helden alt geworden sind. Schaut euch das mal im Vergleich der beiden Versionen von "Antisocial" auf youtube an.
Die Songauswahl bedient sich zu einem Großteil aus den Werken bis zur Mitte der 80er Jahre, was einem Jubiläumskonzert auch angemessen scheint. Diese Box kann man sich gleich neben "Live" mit den Aufnahmen von 1980 ins Regal stellen und sich beide getrost und ohne Enttäuschung nacheinander anhören!

Das Gescratche eines DJs, der bei den Konzerten zum Einsatz kam, rief bei manchen Fans Stirnrunzeln hervor, was der Band aber herzlich egal war - der Herr durfte auch bei den Aufnahmen zum 2008 erschienenen Album "13 à Table" mit dabei sein. Eine differenzierte Betrachtung dieses Werks findet ihr hier.
Wie Nono in einem Interview mit dem Rock Hard anno 2010 "zugab", ging dieser neue stilistische Einfluß ausschließlich auf Monsieur Bonvoisins Konto, und er gelobte Besserung: Das "Experiment", wie er es bezeichnete, sei inzwischen ad acta gelegt und eine neue Scheibe in Planung, welche wieder etwas rootsorientierter ausfallen sollte.

2010 spielten Trust noch auf zwei Festivals in Frankreich, danach widmeten sich Bernie und Nono wieder ihren Solo-Aktivitäten. Noch im Oktober 2012 hielt sich Bernie über die Zukunft von Trust bedeckt, er hätte viel zu tun, möchte aber nie "Nie!" sagen... Allerdings war die offizielle Website von Trust seit Anfang 2012 nicht mehr erreichbar, was in Fankreisen für eine gewisse Verwirrung sorgte.

Alles auf Anfang?

Und dann dachte man sich schon, irgendwie vielleicht auch gut, daß sich die alten Säcke jetzt zur Ruhe setzen, bevor es gar noch peinlich werden könnte...

Dann geht aber Ende 2013 eine Band mit dem Namen "Kollektif AK-47 Bernie Bonvoisin" und einem Bandlogo, das mit dem Emblem der RAF nicht nur entfernt Ähnlichkeit hat, auf Frankreichtour. Dem Eindruck nach tritt das "Kalaschnikov-Kollektiv" vornehmlich in kleineren Hallen oder Clubs auf…
Und: Wir haben es hier tatsächlich mit Trust tun! Der "Übergangsname" (so zumindest Bernie in einem Interview mit einem französischen Webzine) war notwendig geworden, da Nono Krief - für immer? - die Band verlassen hatte, um sich auf seine Solo-Karriere zu konzentrieren (zum wievielten Male, fragt man sich, wiederholt sich das nun bei Trust…) und da die Namensrechte nun mal leider bei ihm und Bernie gemeinsam liegen.

Das, was man da bei youtube zum "Kollektif" bestaunen kann, treibt einem als altem Fan jedoch schier die Freudentränen in die Augen. Yves "Vivi" Brusco hat Nono an der Lead-Gitarre abgelöst (schon auf "A L'Olympia" war er vom Bass zur zweiten Gitarre gewechselt), und legt sich bei Klassikern wie "Préfabriqués" ins Zeug, als wäre er dreißig Jahre jünger und würde den Song nicht schon hunderte Male gespielt haben. Der zweite Gitarrist ist interessanterweise Iso Diop, der etwa seit 2006 bei Trust den Bass zupfte, Typ schwarzer High-School-Rektor mit Brille! Ein herrlich knackig polterndes Schlagzeug bearbeitet der ebenfalls geläufige Farid Medjane, etwas im Hintergrund versteckt brummt Neuzugang Patrick Loiseau am Bass…
Der Instrumententausch scheint der Band zu neuer Energie verholfen zu haben, die in den kleinen Clubs auf sie zurückgeworfen und exponentiell verstärkt wurde.
Bernie ist zum angry old man gereift, tapert entspannt zwischen den beiden Gitarristen hin und her und lässt dabei seiner der Wut auf die politischen Verhältnisse in Frankreich und der Front National freien Lauf, die er auch in neue Songs wie "Dieu dans vos Bouches" gepackt hat. Die Kopfbedeckung, die er dabei souverän trägt, könnte man als "Anglerhut" bezeichnen, eine nette Geste ist das Anthrax-Achselshirt, welche live auch mal gern im Trust-Shirt erscheinen.
Ganz klar, Trust sind bei diesen Auftritten von 2013 noch cooler als 1982, weil sie einen Status besitzen, wo es schlichtweg scheißegal ist, ob man nun in Freizeitklamotten, im Lederoutfit oder gar im Anzug die Bühne betritt.

Für 2014 war denn tatsächlich auch von Bernie ein Studioalbum angekündigt worden, auf welches wir jedoch Anfang 2015 immer noch ungeduldig warten...

Ainsi - es bleibt also dabei:

"Rebelle et toujours debout!"




- Martin und Klaus-

Bildnachweis: (1) Graphik vom"IV"-Album (1983), (2) Schriftzug der Gewerkschaft "Solidarnosc", (3) Konzertplakat zur 97er-Tour, www.trust.tm.fr, (4) Konzertplakat 2006, www.trust.tm.fr, (5) + (6) https://fr-fr.facebook.com/KollektifAK47


Text: Klaus und Martin - 12/06 - (mit Updates bis zum Stand 02/14)
Übersetzungen aus dem Französischen: Klaus
Graphikbearbeitung: Stefan und Martin



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