Sep 032011
 

Ein seltenes Ereignis, das gebührend gefeiert werden muß: Das Eintreffen eines Freiexemplars (unverlangt eingesandt, aber immerhin) im altehrwürdigen ZWNN-Briefkasten. TALCO aus Italien spielen flotten Ska-Punk mit einer schmissig trötenden Bläser-Sektion, die Band existiert seit nunmehr zehn Jahren. “La Cretina Commedia” (eine Anspielung auf Dante Alighieri?) kam im Sommer 2010 auf den Markt und erinnert an den italienischen Anti-Mafia-Kämpfer Giuseppe Impastato, der sein Engagement Ende der Siebziger mit dem Leben bezahlte. Die Stücke sind zwar in Italienisch, dankenswerterweise wurden die Songtexte und die Erläuterungen dazu aber in englischer Übersetzung im Booklet abgedruckt. Ein wenig monoton klingen manche Songs auf Dauer schon, schneller Punk-Rock plus Bläser eben, aber andere Stücke wie “Ultima età”, “Onda Pazza” (ein Instrumental, das ein wenig an Jazz in verqualmten, zwielichten alten Gangsterkneipen erinnert), “Perduto Maggio” oder “Casa Memoria” lockern das Ganze angenehm auf. Fazit: Kommt live bestimmt ziemlich gut und energiegeladen rüber, wie Teile der ZWNN-Redaktion kürzlich in einer Kneipe feststellten. Im Hintergrund spielten allerdings nicht Talco, sondern die Kicker des FC Bayern und gingen dabei verdient mit 1:3 gegen Hannover unter, wobei als geschmeidigere Überleitung zu dieser Anekdote in diesem Fall die Hamburger von „St. Pauli“ besser gepaßt hätten, denn 2009 hatten TALCO eine gleichnamige Benefiz-Single aufgenommen.

TALCO bei Wikipedia Giuseppe Impastato bei Wikipedia

– Stefan –