Jan 292018
 

[Link zum Artikel: Teil 1Teil 2]

“Waren die Neunziger wirklich so schlimm?” titeln die Kollegen vom Deaf Forever auf dem Cover ihrer momentan noch am Kiosk erhältlichen aktuellen Ausgabe (bis zum 14. Februar, danach natürlich in deren Shop nachbestellbar). Echtmetaller werden die oben genannte Frage ohne allzu lange Bedenkzeit mit einem lautstarken “Ja!” beantworten, denn die Neunziger bestanden ja ausschließlich aus dem ganz schlimmen Grunge, der bekanntlich ganz allein den Metal ermordet hat, und dem noch schlimmeren Nu Metal à la Korn und Weichkeks (Limp Bizkit).

Lässt man das Fallbeil nicht ganz so schnell nach unten sausen, fallen einem aber doch diverse Alben ein, die vielleicht gar nicht so schlecht waren. In ihrem allseits bekannten “Listenwahn” stellten die DF-Redakteure eine Top-200er-Auswahl und eine zweite Garnitur mit weiteren zumindest erwähnenswerten Scheiben der Neunziger zusammen. Etliches war in sich stimmig, aber es gab auch Ausfälle und Versäumnisse, die dem “Bayernkurier des Heavy Metal” (als Verfechter der reinen metallischen Lehre) eigentlich nicht hätten passieren dürfen.

Da springt man doch gern in die Bresche, rückt unterbewertete Platten ins rechte Licht und stellt außerdem Werke vor, die im DF gleich komplett unberücksichtigt blieben. Einen Anspruch auf “Vollständigkeit” (wäre ein Irrsinn bei einem ganzen Jahrzehnt) gibt’s natürlich auch bei uns nicht. Erboste Schmähbriefe oder grenzenlose Huldigungen bitte an die im Impressum aufgeführten Mailadressen und nun viel Spaß beim Lesen!

– Stefan – 01/2018

  One Response to “Die schlimmen Neunziger”

  1. Knuffiger Zweiteiler, Stefan!
    Interessante Zusammenstellung.
    Die 1990er hab’ ich auch live und in Farbe miterlebt.
    Die meisten Sachen sind mir geläufig als damaliger Leser des Rock Hard (so bis etwa ’94), aber weniger meine Baustelle, da oft zu krass und undergroundig für mein seinerzeit sehr zartbesaitetes Seelchen gewesen. Unser beider Venn-Diagramm hat da nur leichte Überschneidungen aufzuweisen.
    Spannend zu sehen, welch breites Spektrum an unterschiedlichsten Ästhetiken es schon immer im harten Rock und Heavy Metal gab.
    Die HELLACOPTERS beispielsweise lernte ich erst kürzlich kennen und mag ihre Musik, aber gerade das Debut läuft mir so gar nicht rein, da zu dissonant. Ich liebe Verzerrungen und ein gewisses Maß an Schrägheit durchaus, aber dann muß es künstlerisch intendiert und nicht dilletantisch wirken. Different tastes.
    Falls PSYCHOTIC WALTZ – INTO THE EVERFLOW tatsächlich in der 200er Liste des Deaf Forever fehlen sollte, dann entwertet sie allein dieser Umstand bereits so ziemlich… nur meine bescheidene Meinung. 😉
    Grunge habe ich lange recht hochnäsig verschmäht, inzwischen jedoch sehr zu schätzen gelernt.
    Jedes Jahrzehnt hat sooooo viel Entdeckenswertes zu bieten – wenn man nur etwas genauer Hinschaut und -hört.
    Wer etwa die 1980er nur mit überproduziertem Plastik-Pop mit schlimmen Keyboards assoziiert, hat gerade mal an der Oberfläche gekratzt.
    Und die Neunziger. Nun, ja, auch die waren schon absolut okay.

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